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Patentantrag: Microsoft will Handys verstummen lassen

Über Quiet Time stellt sich das Smartphone automatisch stumm. Die neue Technik soll vor allem im Auto zum Einsatz kommen und der Sicherheit des Fahrers dienen.

20.11.2013, 14:06 Uhr
Microsoft© Microsoft

Bevor ein Film beginnt, wird im Kino gerne darauf hingewiesen, doch das Handy auszustellen, um die anderen Zuschauer nicht zu stören. Einige Lichtspielhäuser haben bereits eine Technik installiert, um den Netzempfang im Saal zu blockieren. Microsoft will das Problem nun eleganter lösen: Über Quiet Time stellt sich das Smartphone automatisch stumm. Diese Technik soll aber vor allem im Auto zum Einsatz kommen und der Sicherheit des Fahrens dienen.

Keine Ablenkung im Auto durch Smartphones

Zumindest stellt Microsoft dieses Anwendungsszenario in seinem Patentantrag in den Vordergrund, der bereits im Dezember 2012 eingereicht, aber erst Ende August diesen Jahres durch das US-Patent- und Markenamt (USPTO) veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei nicht bloß um ein gesteuertes Aktivieren des Stumm-Profils oder des Flugmodus, hinter Quiet Time verbirgt sich ein komplexeres System.

So soll das Smartphone registrieren, wenn das Auto fährt und nicht nur sich dadurch stumm stellen, sondern auch alle damit verbundenen Geräte. Der neue Zustand wird dem Fahrer dann auf dem Display angezeigt, vielleicht sogar ein Warnhinweis, dass Musik im Auto den Fahrer ablenken könnte. Das Smartphone hört dafür auf alle Geräusche im Wagen, schließlich könnte die Musik auch über ein anderes Gerät abgespielt werden.

Per Eintrag im Kalender aktivieren

Über Quiet Time sollen sich nicht nur das Smartphone und alle damit verbundenen Lautsprecher und Headsets steuern lassen, sondern auch weitere Smartphones – wie die der Kinder, die auf der Rückbank sitzen. Ob Quiet Time dabei nur Windows Phones oder auch iPhones sowie Smartphones mit Android verstummen lassen können soll, bleibt noch unklar.

Hinter Quiet Time verbirgt sich eine Rechtekontrolle, über die sich festlegen lässt, welche Funktionen abgeschaltet werden und welche noch erreichbar sind – zum Beispiel die Notruffunktion. Es könnte aber auch den Kindern erlaubt werden, Spiele ohne Ton zu spielen.

Die Funktion wird sich auch durch einen Eintrag im Kalender aktivieren lassen (Meeting) oder an einem bestimmten Ort (Kino, Kirche, Krankenhaus). Ein NFC-Empfänger könnte dann beim Einlass Quiet Time aktivieren. Das System soll sogar lernen, zu welchen Gelegenheiten Quiet Time genutzt wird, um sich dann selbstständig zu aktivieren.

(Peter Giesecke)

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