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Passwortdiebstahl: Auch Bundestag und alle Bundesministerien betroffen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Rahmen der Ermittlungen wegen des millionenfachen Klaus von Online-Zugangsdaten laut "Spiegel" auch rund 600 E-Mail-Adressen aus dem Bundestag und von Bundesministerien entdeckt.

02.02.2014, 14:44 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Von dem millionenfachen Klau von Online-Zugangsdaten sind nach einem "Spiegel"-Bericht auch der Bundestag und alle Bundesministerien betroffen gewesen. So habe das Bundeskriminalamt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im August 2013 gewarnt, dass bei Ermittlungen auch rund 600 Mail-Adressen aus dem Bundestag und den Ministerien in der riesigen Datenbank von geknackten Passwörtern aufgetaucht seien. Die zuständigen IT-Beauftragten seien daraufhin vom BSI aufgefordert worden, die Nutzer zu warnen und die Passwörter auszutauschen.

BSI konnte angeblich nicht früher warnen

Das BSI, die oberste Behörde für die IT-Sicherheit in Deutschland, hatte am 21. Januar mitgeteilt, dass 16 Millionen Benutzerkonten gekapert worden seien. Nach Auskunft des BSI-Präsidenten Michael Hange hatte die Behörde vor Dezember von dem Datenklau erfahren, aber erst kurz vor Weihnachten die Freigabe dafür bekommen, eine Warnung herauszugeben. Als Grund hatte er angeführt, das BSI habe beispielsweise Zeit gebraucht, um den Sicherheitscheck zu programmieren und Datenschutzfragen zu klären.

Die Grünen im Bundestag kritisieren das BSI nun wegen der späten Information. "Wenn die Bundesbehörden bereits im August 2013 von dem Datenklau wussten, steht der Verdacht einer massiven Schutzpflichtverletzung gegenüber den Bürgern im Raum", sagte der netzpolitische Sprecher Konstantin von Notz "Spiegel online". Dies sei ein "grob fahrlässiges Vorgehen".

(Jörg Schamberg)

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