Web.de-Umfrage

Passwort-Sicherheit: Junge Internetsurfer besonders sorglos

Fast drei Viertel der Internetnutzer im Alter von 18 bis 29 Jahren nutzt laut einer Umfrage von Web.de bei mehreren oder allen verwendeten Online-Diensten dasselbe Passwort. Auch sonst machen es viele Hackern mit ihrer Passwortwahl oft einfach. Mit Hilfe einiger Tipps lässt sich die Passwort-Sicherheit erheblich verbessern.

Passwort© pmphoto / Fotolia.com

Karlsruhe – Viele Internetnutzer in Deutschland gehen offenbar recht sorglos mit ihren Passwörtern um. Laut einer am Dienstag von Web.de veröffentlichten, repräsentativen Umfrage sollen junge Erwachsene im Hinblick auf den Schutz ihrer Passwörter besonders gefährdet sein. Web.de ruft seit 2011 jeweils am 20. März den "Tag der Passwort-Sicherheit" aus und fordert zur Nutzung von sicheren Passwörtern auf.

Sicherheitsrisiko: Dasselbe Passwort für mehrere Online-Dienste

73 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Befragten verwenden dasselbe Passwort für mehrere oder alle Online-Dienste. Bei den gesamten deutschen Internetnutzern ab 18 Jahren griffen 61 Prozent der Befragten auf dasselbe Passwort zurück. Zudem hätten 37 Prozent der jungen Erwachsenen seit mindestens einem Jahr das Passwort für ihr Haupt-E-Mail-Postfach nicht geändert. 48 Prozent der 18- bis 29-Jährigen zeigte sich von der Menge an passwortgesicherten Log-ins gestresst. Bei 16 oder mehr Onlinediensten seien 31 Prozent der jungen Internetnutzer mit Benutzernamen und Passwort registriert.

Rund ein Fünftel (21 Prozent) der Internetsurfer im Alter von 18 bis 29 Jahren verwenden zu einfache und leicht zu erratende Passwörter wie Geburtstag, Spitznamen oder Telefonnummer als Passwort. Lediglich 21 Prozent greifen auf selbst ausgedachte Fantasiewörter für die Log-ins zurück. Immerhin mehr als drei Viertel der jungen Erwachsenen (77 Prozent) nutzen auch Ziffern in ihren Passwörtern.

Auch wenn häufig davor gewarnt wird: 6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen entscheiden sich für einfache Zahlen- oder Buchstabenfolgen wie "1357" oder "wasd".

Dabei lässt sich die Passwort-Sicherheit laut Web.de recht leicht verbessern.

Tipps zur Nutzung von sicheren Passwörtern

  • Für jeden Online-Dienst sollte ein eigenes, individuelles Passwort verwendet werden. Ansonsten hätten Hacker leichtes Spiel.
  • Ein sicheres Passwort soll nicht nur lang sein, sondern es sollten auch Ziffern mit großen und kleinen Buchstaben sowie Sonderzeichen wie Sternchen, Hashtag & Co. in das Passwort gemischt werden. Einzelne Buchstaben könne man durch ähnlich aussehende Zeichen ersetzen. Das große "I" würde zum Ausrufezeichen, die Ziffer "3" würde an die Stelle eines "E" treten. Das eher unsichere Passwort "Inselparadies1997" ließe sich etwa in das deutlich sichere Passwort "!n§3lpArad!3§1997" umändern.
  • Je mehr Zeichen das Passwort aufweist, desto mehr Zeit benötigen Hacker, um es zu knacken. Ganze Sätze in grammatisch richtiger Reihenfolge wie "Die Katze kommt abends nach Hause" seien dennoch leicht zu entschlüsseln. Web.de rät zu einer Umstellung der Wörter sowie einer Ergänzung um Sonderzeichen und Ziffern: "aBend$ n4ch hou§e di3 k0mmt KC"
  • Wörter aus dem Lexikon sollte man als Passwörter vermeiden, da Hacker oft ganze Wörterbücher mit Hilfe von leistungsfähigen Rechnern ausprobieren. Daher sollten auch Buchstaben- oder Zahlenreihen von Tastaturen wie "qwertz", "asdf" und 9876" tabu sein. Selbst erfundene Fantasiewörter seien dagegen eine gute Wahl.
  • Mit Hilfe der sogenannten Satzmethode lässt sich ein neues, komplexes Passwort einfach erstellen. Dazu wählt man einen leicht zu merkenden Satz aus, benutzt aber lediglich die Anfangsbuchstaben der Wörter und fügt ein paar Ziffern und Sonderzeichen ein. Aus dem Satz "Nun steh ich hier, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor" ließe sich demnach die Passwort-Phase "NsihiaTubskawz" erstellen. Mit Sonderzeichen und Zahlen ergänzt würde daraus: "?Ns1h1aTubskawz!"
  • Um den Überblick über die Passwörter nicht zu verlieren, sollten die Codes an einer sicheren Stelle aufbewahrt werden. Werden die Passwörter auf dem PC gespeichert, sollte dies nur verschlüsselt mit Hilfe eines Passwortmanagers geschehen. Werden die Daten in der Cloud gespeichert, ist zu bedenken, wer auf die Daten Zugriff hat.

Hat man den Verdacht, dass ein Passwort gehackt wurde, sollte es unverzüglich bei allen betroffenen Diensten geändert werden.

Jörg Schamberg

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