News

Passwörter einfach hacken lassen

Passwörter können verloren gehen - die verschlüsselte Word-Datei ist es dann auch. Es sei denn, man bedient sich diverser hilfreicher Passwortknacker.

18.06.2006, 10:27 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Wenn Mitarbeiter aus einem Unternehmen ausscheiden, fällt manchem Chef erst spät auf, dass die eine oder andere wichtige Datei passwortgeschützt ist - und der alte Angestellte die Passwörter vielleicht nicht mehr rausrückt. Bevor sich der Arbeitgeber auf eine langwierige Klage einlässt, kann er auch zu brutaleren Methoden greifen: die Passwörter werden einfach von professionellen Dienstleistern oder mit entsprechenden Tools geknackt. Das geht teilweise in wenigen Minuten.
Do it yourself vs. All inclusive
Der Berliner Internetdienstleister Bitpalast bietet einen Entschlüsselungsservice für Office-Dateien an. Geknackt werden Excel- Word-, Access-, Outlook-, PowerPoint- und VisualBasic-Passwörter. Zugesichert wird der Erfolg noch für denselben Werktag, denn der theoretische Fall, ein Passwort aufgrund seiner aussergewöhnlichen Struktur gar nicht knacken zu können, kam Bitpalast nach eigenen Angaben bisher nicht unter. Im Erfolgsfalle werden pro gehackter Datei 19,90 Euro fällig.
Nun ist das Hacken von Word- und Excel-Passwörtern in der Szene ein alter Hut. Auch die neueren 128-Bit-Verschlüsselungen sind bezwingbar. Und es geht billiger als bei Bitpalast: wer die Sache selbst in die Hand nehmen will, kann beispielsweise mit dem Tool "Free Word Excel Password Wizard" der geschützten Datei zu Leibe rücken. Selbst langwierige Brute-Force-Attacken inklusive Sonderzeichen sind damit möglich. Bitpalast kennt diese Programme - und hält dagegen. Denn in "richtig harten Fällen" würden diese "preiswerten Tools" nicht funktionieren. Es seien bei kniffligen Codes teilweise "viele Wochen" nötig, um zu einem Erfolg zu kommen. Bitpalast sei da fitter: mit einem "mathematischen Trick" knacke man "hundertprozentig erfolgssicher" die Passwörter von Word und Excel. Außerdem würden mehrere leistungsstarke Rechner miteinander gekoppelt, um die Rechenleistung zu erreichen, die notwendig sei.
Nicht das Erstbeste auswählen
Was Bitpalast anbietet, klingt außergewöhnlich - ist es aber nicht. Der US-Anbieter lostpassword.com bietet gleich für Dutzende Programme Passwortknacker an. Getestet werden beim Wordhack ca. 75 Millionen Passwörter - pro Minute. Der Preis für die Software, die beliebig viele Dateien öffnet, beträgt 45 US-Dollar. Decryptum.com knackt schliesslich auch die härtesten Word- und Excel-Nüsse - in weniger als drei Minuten, so die Garantie. Bereits nach fünf Einsätzen kommt man bei diesem Onlineservice billiger weg als bei Bitpalast - und deutlich schneller.
Somit gilt: was die Bitpalast-Profis können, können andere auch. Und das teilweise deutlich günstiger. Wem also wirklich ein Passwort fehlt, der kann zuerst auf kostenlose Tools zurückgreifen. Danach lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich von Preis und Leistung der zahlreichen Anbieter.

(Stephan Humer)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang