Bundestagswahl 2017

Panne bei Wahl-Software: Grüne stellen Anfrage an Bundesregierung

Nach dem Bekanntwerden einer gravierenden Sicherheitslücke wollen die Grünen nun wissen, wie die Bundesregierung solche Pannen in Zukunft verhindern will.

Bundestag© KD-Photo / Fotolia.com

Berlin - Nach dem Sicherheitsdebakel bei Software für die Bundestagswahl hat der netzpolitische Sprecher der Grünen bei der Bundesregierung schriftlich eine Frage nach konkreten Konsequenzen eingereicht. Man wolle vor allem wissen, welche Vorkehrung die Bundesregierung treffen wolle, um "umgehend die Integrität des Wahlverfahrens am 24. September sicherzustellen", sagte Konstantin von Notz am Mittwoch. Eine Antwort werde noch Ende dieser Woche erwartet. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass das für Wahlen eingesetzte Programm "PC Wahl" etliche Sicherheitslücken aufweist, über die Ergebnisse möglicherweise manipuliert werden könnten.

Lücke inzwischen geschlossen

Untersuchungen eines jungen Informatikers aus Darmstadt und des Chaos Computer Clubs (CCC) hatten ergeben, dass in dem Programm des Anbieters Vote IT zum Beispiel die Übertragung der korrekten Wahldaten aus den Gemeinden an den Wahlleiter ohne Verschlüsselung läuft und nicht einmal durch eine Authentifizierung abgesichert wird. Laut CCC sei es auch möglich gewesen, den Kommunen darüber eine infizierte Version des Programms unterzuschieben - diese Lücke wurde aber inzwischen geschlossen.

Grüne kritisieren Vorgehen

Den Vorschlag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vom Dienstag, künftig auf Stimmzettel zu verzichten und stattdessen auf elektronische Wege zu wechseln, wies von Notz zurück. "Statt von künftigen Online-Wahlen zu orakeln, sollten die Behörden und allen voran BSI derzeit alles dafür tun, dass erst einmal die Bundestagswahlen in zwei Wochen sicher organisiert sind."

Marcel Petritz / Quelle: DPA

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang