Security

Panda: Kostenloser Cloud-Virenscan per Netz

Statt auf dem eigenen Rechner überprüft das kostenlose Panda Cloud Antivirus verdächtige Dateien auf einem zentralen Computer und soll die Belastung des PCs reduzieren.

08.05.2009, 10:01 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Über die Hälfte der Deutschen fühlt sich beim Surfen im Internet nicht sicher, wie eine Umfrage des Deutschen Sicherheitsnetz e.V. ergab. Auch die von unserer Redaktion in einer eigenen Umfrage befragten Leser setzen mehrheitlich zum Schutz ihrer Rechner auf kostenlose Virenschutzprogramme wie Antivir von Avira oder Avast von Alwil. Nun betritt auch Panda Security mit einem kostenlosen Anti-Viren-Programm diesen Markt.
Überprüfung auf Zentralrechner
Panda geht aber nach einem anderen Konzept vor als die Konkurrenz und setzt auf das sogenannte Cloud Computing. Statt den Computer des Anwenders durch einen Virenscan zu verlangsamen, soll das neue Panda Cloud Antivirus verdächtige Daten zur Überprüfung an zentrale Rechner des spanischen Softwareunternehmens schicken. Auf dem heimischen Rechner findet sich nur ein kleiner Client, der für die Installation 17 Megabyte (MB) Festplattenspeicher benötigt. Diese Methode soll effizienter arbeiten als herkömmliche Schutzprogramme, die nur auf lokale Virendefinitionsdateien zurückgreifen. Zudem sollen statt zehn Prozent nur rund fünf Prozent der Arbeitsleistung des Computers für den Virenschutz genutzt werden.
Panda möchte neue Viren innerhalb von sechs Minuten erkennen
Ein Vorab-Scan macht eine Grobüberprüfung auf dem Rechner des Anwenders. Verdächtige Dateien werden dann zur näheren Überprüfung an Panda geschickt. Laut einem Bericht von "Die Welt" wird aber lediglich ein Hash-Wert als Identifkationsmerkmal für die Datei sowie einige Auswertungsdaten über das Verhalten der Datei an den Zentralrechner übermittelt. Nach der Überprüfung und Mitteilung an den Kunden wird die erhobene IP-Adresse zum Schutz der Privatsphäre umgehend wieder gelöscht. Jede bei Panda von den Nutzern eingehende Datei könnte innerhalb von sechs Minuten klassifiziert werden. Ein neuer Virus würde damit angeblich erheblich schneller als bislang entdeckt. Bereits jetzt seien 24 Millionen Virendefinitionen in der Panda-Datenbank gespeichert. Ist der eigene Computer einmal nicht mit dem Internet verbunden, so greift das Schutzprogramm auf lokal gespeicherte Virendefinitionen zurück.
Kritiker bemängeln Scangeschwindigkeit und Sicherheit
Kritiker, die das Programm einer ersten Prüfung unterzogen haben, weisen allerdings auf Schwächen von Cloud Antivirus hin. Von einer Million Viren erkannte das Programm nur rund 80 Prozent, so der Test des Branchendienstes "AV-Test". Zudem sei die Scan-Geschwindigkeit sehr langsam. Auch die Firewall wurde durch die Software deaktiviert. Vom Arbeitsspeicher wurden in der Praxis 40 MB genutzt. Damit beansprucht es den RAM ähnlich stark wie Konkurrenzprodukte. Das nun zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellte Panda Cloud Antivirus ist allerdings noch im Beta-Stadium, die endgültige Version soll im Juli erscheinen.

(Jörg Schamberg)

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