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P2P-Studie: Gewaltiger Anteil Kinderpornos

19.03.2003, 14:04 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Was wird in Tauschbörsen verbreitet? - diese Frage stellte sich das Sicherheitsunternehmen Palisade Systems. Über 22 Millionen Suchergebnisse aus dem Gnutella-Netz dienten als Quelle der Studie. Erschreckendes Ergebnis: Neben urheberrechtsgeschützter Musik und Filmen deckt ein großer Teil der Ergebnisse Pornografie ab - darunter auch ein erheblicher Anteil an Kinderpornografie.
Traurig: 24% Kinderpornografie
Die genauen Ergebnisse der Studie zeigen, dass unter den Bildsuchen 24% an Kinderpornografie durchgeführt wurden und 6% jegliche Art von Kinderpornografie, also auch andere Mediendateien außer Bildern, beinhalteten. Ferner seien 73% aller Filmsuchen pornografischen Inhaltes und nur 3% aller Suchen ohne pornografischen oder urheberrechtlich nicht bedenklichen Hintergrund. Alarmierend klingen diese Zahlen, doch sind sie nicht unbedingt repräsentativ: Palisade Systems verbreitet Filterprogramme für Firmen, die ungeliebte Inhalte gar nicht erst durch die Mitarbeiter betrachten lassen.
Und so kommt es, dass Sprecher des Unternehmens die Ergebnisse gleich zum eigenen Vorteil ummünzen: "Ungeregeltes Filesharing kann einer Firma einen großen finanziellen Schaden bereiten.", so der Anwalt Daniel Langin. Man befürchte besonders Klagen wegen Urheberrechtverstößen und eines schlechten Ansehens wegen Pornografie - oder gar Kinderpornografie - auf den Rechnern der Angestellten. Im Anschluss wird die eigene Filtersoftware beworben.
Urheberrechtsverletzungen, Kinderpornos: Was tun?
P2P-Dienste werden zwar von der Justiz akribisch verfolgt, doch entstehen für jede geschlossene konventionelle Tauschbörse mit zentralem Server mehrere neue, die nicht an Server gebunden sind und deshalb auch nicht geschlossen werden können - oder gar verschlüsselte Dienste: Mit 'Freenet' wird versucht, eine Art alternatives, verschlüsseltes Internet zu schaffen, in dem jeder walten kann, wie er will. Tauschbörsen schließen hilft nicht viel, da immer wieder neue Wege geschaffen werden, an das gewünschte Material zu kommen. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, alles andere ist nur eine Lösung auf recht kurze Zeit.

(Matthias-Emanuel Thömmes)

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