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oPhone: Düfte per Smartphone 'verschicken'

Ein Selfie am Kaffeetisch, begleitet von betörendem Bohnenduft: Das ist vielleicht bald keine Zukunftsvision mehr. Schon 2015 soll sie kommen, die Duftnotiz per Mobilfunk. Harvard-Professor Edwards stellt am 19. Juni in Paris das "oPhone" vor.

28.05.2014, 08:01 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Duft-Notes: Dinge, die die Welt nicht braucht? Das haben die ersten SMS-Nutzer auch gedacht. Und dann bewegte die Kurztextnachricht die Mobilfunkwelt fast mehr als der mobile Telefonanruf. Gleiches könnte bald für die Duft-Message gelten, die ab 2015 unsere Nasenflügel erbeben lassen soll - und nach Meinung von Projektvater David Edwards unsere akustische, schriftliche und visuelle Kommunikationswelt um eine olfaktorische Dimension bereichern wird.

Kleine Zylinder liefern "Duft on Demand"

Denn dann soll Medienberichten zufolge das oPhone auf den Markt kommen, das neben Text- auch Duftnachrichten versenden kann, so Edwards. Der Vorhang hebt sich bereits am 19. Juni, wenn der Harvard-Professor in Paris die Pforten des Labors Le Laboratoire öffnet und das Duft-Smartphone der Öffentlichkeit vorstellt.

Des "Pudels Kern" sind kleine zylinderförmige Behälter auf einer Basisstation. Dort werden die Signale aufgenommen und erstellt, ganz nach Art eines Telefons, das Audio-Signale überträgt. Das Empfängergerät gibt offenbar ebenfalls Duftwolken aus, die von den sogenannten oChips-Kapseln erzeugt werden. Vorausgesetzt, man hat ein Smartphone, das Ophone und eine Duft-App.

Die Idee stammt offenbar von Studenten in einem seiner Harvard-Kurse und wurde über die Firma Vapor Communications in Paris umgesetzt. Laut welt.de arbeitet der französisch-amerikanische Erfinder dort unter anderem mit Parfümdesignern, Kaffee-Herstellern und Künstlern zusammen. Die Vielfalt der Duftnoten in der realen Welt fordert das Erfinderteam heraus: Die Macher konzentrierten sich daher zunächst auf zwei Richtungen: Kaffee und Lebensmittel.

Offenbar kann der Anwender aus 32 Duftnoten individuelle Nasenschmeichler erstellen, wobei bis zu acht Gerüche kombiniert werden können, schreibt welt.de. Wie überzeugend diese Duftnoten sind, wird sich dann zeigen.

Edwards: Kaffee & Co ist erst der Anfang

Die Vielfalt der Duftnoten in der realen Welt stellte das Erfinderteam vor große Herausforderungen. Die Macher konzentrierten sich daher zunächst auf zwei Richtungen: Kaffee und Lebensmittel. Aber das soll erst der Anfang sein, so Edwards: Schließlich gehe es nicht nur um Schnupper-Gimmicks unter Freunden. Der Professor wittert ein handfestes Geschäftsmodell: Die Duftnachricht sei vor allem für die Werbung interessant, zitiert welt.de den Erfinder. Nahrungsmittel und Kaffee sind dabei nur der Anfang. Auch Kinos, Parfums, Reisen und Autos lassen sich nach Ansicht des Professors olfaktorisch bestens bewerben. Die Erfindung komme der Bedeutung des 3D-Drucks gleich, so Edwards selbstbewusst.

Medien zufolge geht es am 17. Juni schon zur Sache. Denn dann soll die kostenlose App oSnap die ersten iPhone-Nutzer betören. Laut Edwards kann beispielsweise ein Spaziergänger im Wald ein Foto machen und passende Düfte hinzufügen. Anschließend versendet er eine oNote an einen Freund, der die Zusammenstellung auf einer Website anschaut, um sie später auch via oPhone laden und riechen zu können.

Zunächst klingt das Ganze noch etwas abenteuerlich, aber Edwards ist sicher: je größer die Nachfrage, desto günstiger wird das oPhone werden, und schrittweise werden immer kleinere Versionen den Markt erobern. In Phase zwei kann dann der Nutzer ein Foto machen, aus der eine Software einen Duft ableitet, so die Vision. Das, so räumt Edwards ein, sei derzeit allerdings noch zu kompliziert.

(Dorothee Monreal)

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