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Opera Unite: Wenn der Browser zum Server wird

Opera meldet sich mitten im Browser-Krieg mit einem revolutionärem Modell zurück: Mittels Proxies werden Anfragen über die Web-Oberfläche direkt auf die eigene Festplatte umgeleitet.

16.06.2009, 14:11 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

In dem derzeit tobenden Browser-Krieg zwischen den Kontrahenten Firefox, Internet Explorer und Safari meldet sich eine in jüngster Zeit eher durch Zurückhaltung aufgefallene Stimme zurück: Opera. Mit der neuesten Build-Version, Opera Unite, wollen die Norweger den Browser neu erfinden – nämlich als Server.
Sechs Server-Dienste zur Auswahl
Für Opera Unite werden Anfragen über das Internet über einen speziellen Proxy geradewegs auf die Festplatte des Anwenders umgeleitet. Um die Dienste nutzen zu können, ist eine vorherige Registrierung nötig, die direkt im Browser vorgenommen werden kann. Danach steht eine Auswahl von insgesamt sechs Server-Diensten zur Verfügung: "File-Sharing", beispielsweise, erlaubt den Austausch von Dateien, die per Verzeichnisangabe zuvor vom Nutzer definiert wurden. Dritte haben danach durch Eingabe einer URL die Möglichkeit, darauf zuzugreifen. Aus Sicherheitsgründen kann der Zugriff auch durch die obligatorische Eingabe eines Passworts erschwert werden.
Eine weitere Beispielanwendung ist der integrierte "Web Server": Auch hier wird vom Nutzer zuvor ein Verzeichnis für die Netzanbindung freigegeben. Durch Eingabe der von Opera zugewiesenen URL lässt sich dieses Verzeichnis über jede beliebige Weboberfläche aufrufen, wobei HTML-Dateien entsprechend als Websites angezeigt werden. Die anderen Dienste bestehen aus einem "Media Player" für die Online-Wiedergabe lokal gespeicherter Musik, "Photo Sharing" sowie "The Lounge" und "Fridge" – beides sind Web 2.0-Tools über die sich Chats und Online-Pinnwände realisieren lassen.
Opera hofft auf die Kreativität der Entwickler
In Oslo wird Opera Unite als Durchbruch im modernere Browsing gefeiert: "Opera Unite demokratisiert und dezentralisiert die Wolke. Dank Server-Fähigkeiten direkt im Browser können Entwickler Web-Anwendungen im Handumdrehen erschaffen. Nutzer bekommen wiederum die Flexibilität geboten, mit privaten und effizienten Instrumenten Informationen auszutauschen", sagt Opera-Chef Jon von Tetzchner. Die am Dienstag vorgestellten Dienste für Opera Unite seien erst der Anfang. Jetzt seien die Entwickler gefragt, neue Web-Services für den Browser zu erfinden.
Die heute veröffentliche Buid-Version von Opera Unite steht ab sofort als Download für Windows, Mac und Linux für Testzwecke zur Verfügung.

(André Vatter)

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