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Onlinekosten.de-Umfrage: User lieben Tauschbörsen

12.08.2003, 09:45 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Mal schnell von der aktuellen Lieblingssingle den Hit ziehen, ganze Programmpakete illegal laden oder dank Breitband-Verbindung die neusten Kino-Hits vor dem Deutschlandstart sehen – viele Anwendungen bieten sich für Nutzer von Tauschbörsen. Und diese werden anscheinend immer mehr, wie unsere Umfrage "Nutzen Sie Tauschbörsen?" gezeigt hat.
Gibst du mir so geb ich dir...
Demnach sind knapp drei Viertel der 2584 teilnehmenden Onlinekosten-Leser Tauschbörsianer. Die absolute Mehrheit von 30 Prozent nutzt die Internet-Tausch-Plattformen immer und für alles – seien es nun Filme, Musik oder Programme. Kein Wunder, ist das Angebot von Seiten, die Links zu den aktuellsten Files bereitstellen doch groß – und die Hemmschwelle einen Link zu klicken recht gering.
Gestartet hatte der Tauschbörsenboom mit Napster – dort jedoch waren fast nur Musikdateien vertreten, was nicht zuletzt an den damals noch wenig verbreiteten Breitband-Anschlüssen lag. Und auch heute noch spezialisiert sich die Mehrheit der Nutzer anscheinend auf den Musiktausch zwischendurch – über ein Viertel der Umfrageteilnehmer lädt überwiegend Musik.
An zweiter Stelle stehen Filme, die bei Tauschbörsen meist im MPEG-4 Format als DivX oder Xvid getauscht werden sowie Video-CDs und Super-Video-CDs. Darunter fallen sowohl sogenannte Rips von DVDs oder auch aktuelle Kinofilme – in schlechter bis passabler Qualität. Software dagegen scheint nur wenige Nutzer speziell zu interessieren – nur knapp 3 Prozent nutzen Tauschbörsen überwiegend hierfür. Die Rache der Musikindustrie...
Immerhin knapp ein Viertel der Onlinekosten.de-Leser nutzen Tauschbörsen überhaupt nicht – aus unterschiedlichen Gründen. Der Meinung, dass Tauschbörsen illegal seien, sind knapp 7 Prozent. Gerade mit diesem Vorurteil wollen neue Plattformen wie BitTorrent aufräumen. An den Originalen sind rund 8 Prozent interessiert – sie es nun wegen der Verpackung, den Zusatzfeatures zum Beispiel bei DVDs oder dem schönen Anblick im Regal.
Die Industrie an sich scheint den Nicht-Tauschbörsen-Nutzern jedoch reichlich egal zu sein – nur 1,66 Prozent gaben an, wegen Förderung der Industrie auf Tauschbörse zu verzichten. Mysteriös gaben sich rund 11 Prozent der Teilnehmer – sie haben ganz andere Quellen, um an die Tauschgüter zu kommen.
Wie geht es weiter?
Auch weiterhin wird wohl das Thema "Tauschbörsen" der Musik- und Filmidustrie ein Dorn im Auge sein – und den Nutzern gefallen. Denn immer mehr konzentriert sich die Entwicklung von Tauschnetzen auf Sicherheit – keine IP-Adresse soll mehr den Tauschenden verraten.
Doch gerade die neuen Tauschbörsen wie BitTorrent wollen auch den Tausch von legalem Material fördern – denn zieht man von vielen Nutzern, werden Server entlastet – und eventuell kommen die Dateien auch schneller an.

(Sven Wagenhöfer)

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