News

Onlinekosten.de-Umfrage: Highspeed-Internet noch wenig genutzt

Immer schneller im Internet surfen - das versprechen DSL-Anbieter und Kabelnetzbetreiber. In der Praxis sieht es allerdings anders aus. Eine aktuelle Umfrage von onlinekosten.de zeigt, dass über ein Viertel der Befragten maximal mit 10 Mbit/s ins Internet geht, nur knapp 7 Prozent verfügen über einen Breitbandzugang mit mehr als 100 Mbit/s.

18.06.2014, 13:55 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die DSL-Anbieter und Kabelnetzprovider in Deutschland versprechen immer höhere Surfgeschwindigkeiten. VDSL-Kunden sollen künftig dank Vectoring statt mit maximal 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) mit bis zu 100 Mbit/s im Netz unterwegs sein. Kabel Deutschland bietet seinen Kabelkunden schon lange Download-Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s an, Unitymedia KabelBW will das Surftempo noch in diesem Jahr auf bis zu 200 Mbit/s anheben. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Wie schnell ist der Internetzugang unserer Leser? Im Zeitraum vom 24. Mai bis zum 18. Juni nahmen 1.135 onlinekosten.de-Leser an unserer Umfrage teil. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Highspeed-Internet ist bislang noch kaum verbreitet - zumindest unter den Teilnehmern der Umfrage. Erschreckend: Auch im Jahr 2014 surfen noch etliche Nutzer mit teils sehr geringen Bandbreiten.

Jeder Achte surft mit maximal 1 Mbit/s

Ganze 12,25 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie lediglich über einen Internetzugang mit maximal 1 Mbit/s im Download verfügen. Dabei dürfte es sich zum Großteil um Nutzer handeln, die in ländlichen Regionen wohnen. Trotz Ausbauversprechen von Politik und Wirtschaft gibt es immer noch weiße Flecken in Deutschland. In diesen Regionen ist nur eine unzureichende Breitbandversorgung vorhanden.

Mit bis zu 10 Mbit/s surfen 14,36 Prozent der Befragten. In diesem Bandbreiten-Bereich finden sich standardmäßig viele Einsteigertarife, die häufig Download-Geschwindigkeiten von 6 oder 10 Mbit/s beinhalten. Unklar bleibt, ob die Nutzer aus technischen Gründen nicht schneller surfen können. Das ist beispielsweise bei DSL-Verbindungen der Fall, wenn die Strecke zur nächsten Vermittlungsstelle der Telekom weit entfernt ist.

VDSL-Tempo auf dem Vormarsch - Internet mit mehr als 100 Mbit/s noch wenig verbreitet

Fast ein Fünftel (19,30 Prozent) der Umfrageteilnehmer nutzt die klassische DSL-Geschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s. Viele DSL-Anbieter bieten Doppel-Flats mit dieser Bandbreite an. Der VDSL-Ausbau der Telekom trägt offenbar Früchte: Mehr als ein Drittel der Leser (35,33 Prozent) greift mit bis zu 50 Mbit/s auf das Internet zu. Aber auch Kabelnetzbetreiber warten mit solchen Geschwindigkeiten auf.

Beim Blick auf noch mehr Speed beim Internetzugang lichtet sich das Feld deutlich: 11,81 Prozent der Befragten verfügen über einen Breitbandzugang mit bis zu 100 Mbit/s, aber nur 6.96 Prozent surfen mit Hochgeschwindigkeit von mehr als 100 Mbit/s. Angebote finden sich beispielsweise bei Unitymedia mit Bandbreiten von bis zu 150 Mbit/s oder in den bis zu 200 Mbit/s schnellen Glasfasertarifen (Fiber 200) der Telekom.

Unterm Strich betrachtet ist offenbar noch einiges zu tun in Punkto Breitbandausbau in Deutschland, da mehr als ein Viertel unserer Umfrageteilnehmer lediglich mit maximal 10 Mbit/s ins Netz geht bzw. gehen kann. Auf Surfgeschwindigkeiten von mehr als 50 Mbit/s greifen dagegen weniger als ein Fünftel zu.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang