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Onlinekosten.de-Leserumfrage: 27 Prozent surfen mit weniger als 6 Mbit/s im Netz

Wie und mit welchen Bandbreiten surfen onlinekosten.de-Leser im Netz? Das Ergebnis der aktuellen Umfrage unserer Redaktion überrascht gleich an mehreren Stellen. Erstaunlich: Auch 2014 nutzen noch zahlreiche unserer Leser einen Internetzugang mit niedrigen Bandbreiten von unter 1 Mbit/s.

28.09.2014, 14:01 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Wie gehen die Leser von onlinekosten.de ins Netz und welche Bandbreite erhalten sie in der Praxis von ihrem Provider? Das fragte unsere Redaktion im Rahmen einer aktuellen Umfrage, die regelmäßig auf der onlinekosten.de-Startseite in der linken Navigationsspalte zu finden ist. Vom 13. bis 28. September gaben 1.065 Leser ihre Stimme ab. Vielen Dank für die Leser-Hinweise aufgrund dessen wir die Umfrage in überarbeiteter Form nach einem Tag neu gestartet hatten. Am 12. September hatten wir die Umfrage ursprünglich nur grob aufgeschlüsselt und beispielsweise unter anderem nur DSL 16.000 als eine der Antwortmöglichkeiten angeboten. Hier fühlten sich die Dämpfungsopfer, die teils nur Bandbreiten von unter 1 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erhalten, benachteiligt. Daher erweiterten wir die Umfrage auf 17 Antwortoptionen, um möglichst alle wichtigen Anschluss- und Bandbreitenoptionen zu berücksichtigen. Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage überraschen gleich mehrfach.

DSL dominiert vor Kabel - knapp 10 Prozent nutzen Internet noch per ISDN/analog

Zunächst werfen wir einen Blick auf die Verteilung der Internetzugangsarten. Wie erwartet surft der Großteil (38,87 Prozent) unserer Leser per klassischem, je nach Anbieter bis zu 18 Mbit/s schnellem DSL-Anschluss im Internet. Auf Rang zwei folgt der Internetzugang per Kabel (23,57 Prozent) knapp vor dem Surfen per VDSL (22,71 Prozent).

Die nächste Zahl erschreckt im Jahr 2014: Immer noch 9,58 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen per ISDN bzw. analog ins Internet. Highspeed per Glasfaser nutzen lediglich 3,1 Prozent der Befragten. Noch wenig verbreitet ist der mobile Internetzugang per LTE (2,16 Prozent). Und erneut eine Überraschung: Offenbar nutzt keiner der Teilnehmer unserer Umfrage einen Internetzugang per Satellit, obwohl diese Zugangstechnik bundesweit und somit auch in ländlichen Regionen verfügbar ist und inzwischen Download-Raten von bis zu 22 Mbit/s bietet.

Rund 7 Prozent nutzen DSL mit weniger als 1 Mbit/s

Doch wie schnell sind unsere Leser im Netz unterwegs, welche Bandbreiten können sie vor Ort nutzen? Hier zeigt sich, dass wohl noch einiges im Argen liegt mit der Verfügbarkeit von schnellem Breitband. Ein relativ hoher Anteil von 7,23 Prozent der Umfrageteilnehmer gab an, dass ihr DSL-Anschluss nur weniger als 1 Mbit/s Download-Geschwindigkeit hergibt. Weitere 10,61 Prozent verfügen über einen DSL-Anschluss mit weniger als 6 Mbit/s. Immerhin 21,03 Prozent der DSL-Nutzer unserer Umfrage können auf Surfgeschwindigkeiten von 6 bis 18 Mbit/s zugreifen.

Mehr Speed verspricht VDSL, dennoch liegt die Bandbreite bei 1,31 Prozent der Befragten unter 25 Mbit/s. Mit 25 bis 49 Mbit/s bereits ordentlich schnell im Internet unterwegs sind 7,32 Prozent der Umfrageteilnehmer. Mit Highspeed von 50 bis 100 Mbit/s erkunden laut unserer Befragung 14,08 Prozent das weltweite Netz. Die übergroße Mehrheit dürfte hier bislang noch VDSL 50 nutzen, da VDSL 100 per Vectoring erst seit einigen Wochen in ersten Ortsnetzen angeboten wird.

Trend zur Buchung von hohen Bandbreiten-Paketen bei Kabel-Internet

Die großen Wettbewerber der Kupferdraht-Provider sind die Kabelnetzbetreiber. Sie locken in der Werbung mit hohen Bandbreiten. Und in der Tat: Nur ein verschwindend geringer Anteil von 0,66 Prozent nutzte seinen Kabel-Internetzugang mit weniger als 16 Mbit/s. Zumindest die Teilnehmer unserer Umfrage buchen, falls verfügbar, auch die höheren Bandbreiten-Pakete. Denn während nur 6,38 Prozent der Befragten Geschwindigkeiten von 16 bis 49 Mbit/s an ihrem Kabel-Anschluss angaben, standen 16,53 Prozent der Umfrageteilnehmer Kabel-Internet mit 50 bis 150 Mbit/s zur Verfügung.

Die Kabelnetzbetreiber bieten ihre Highspeed-Pakete im ersten Jahr in der Regel zu erheblich reduzierten monatlichen Preisen an. Die Doppel-Flat Internet & Telefon 100 kostet Neukunden von Kabel Deutschland in den ersten zwölf Monaten beispielsweise nur 19,90 Euro statt 39,90 Euro. Auch Unitymedia hält aktuell die Doppel-Flat 2play 100 ein Jahr lang für 19,99 Euro statt 35 Euro im Monat bereit.

Glasfaser und mobiles Internet per LTE noch wenig unter unseren Lesern verbreitet

Glasfaserzugänge gelten als die Lösung der Zukunft mit Bandbreiten von in der Regel 100 Mbit/s und mehr. Allerdings zeigt das Ergebnis unserer Umfrage, dass Glasfaser per FTTH noch nicht sonderlich weit verbreitet ist. Von den 3,1 Prozent der Umfrageteilnehmer, die auf Glasfaser-Internet zugreifen, surfen 2,35 Prozent mit einem Tempo ab 100 Mbit/s.

Und wie sieht es mit mobilem Internet per LTE aus? Zwar verfügen sicherlich viele Leser über einen mobilen Internetzugang auf ihrem Smartphone oder Tablet, verwenden diesen aber nicht als Hauptzugang ins Netz. Mit 2,16 Prozent wird LTE noch recht wenig genutzt, knapp ein Prozent der Umfrageteilnehmer kann mobil aber mit Bandbreiten von 14,4 bis 150 Mbit/s im Internet surfen.

Bleibt noch die Frage, warum noch fast zehn Prozent der befragten onlinekosten.de-Leser per ISDN oder analog ins Internet gehen. Eigentlich sollten analoge Internetzugänge schon längst der Vergangenheit angehören, da sie hinsichtlich der Surf-Geschwindigkeiten nicht mehr wettbewerbsfähig sind und nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Offenbar stellt für etliche Nutzer ein analoger bzw. ein ISDN-Zugang aber weiterhin die einzige Möglichkeit dar, um in von Breitband unversorgten Gebieten das Internet nutzen zu können. In diesen Regionen könnte Internet per Satellit, auch wegen gesunkener Kosten, aber durchaus eine Alternative sein. Dank neuer Lösungen wie etwa das Angebot Astra Connect für Gemeinden von Orbitcom lassen sich sogar ganze Dörfer über eine Satellitenschüssel mit Breitband versorgen, eine eigene Sat-Anlage auf dem Dach ist nicht mehr erforderlich.

(Jörg Schamberg)

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