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Online-Videothek Netflix kommt Ende 2014 nach Deutschland

Der US-Riese Netflix hat am Mittwoch seinen Start in Deutschland für Ende des Jahres angekündigt. Die Online-Videothek wird die Konkurrenz im Geschäft mit Online-Videos hierzulande verschärfen.

21.05.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Konkurrenz im Geschäft mit Videos aus dem Internet wird sich in Deutschland demnächst noch einmal verschärfen: Der US-Riese Netflix hat am Mittwoch seinen Start für Ende des Jahres angekündigt.

Netflix: 48 Millionen Kunden in 40 Ländern

Auf dem deutschen Markt sind bereits mehrere Anbieter aktiv, über die man für eine Abo-Gebühr Filme und TV-Serien aus dem Netz abrufen kann. Neben einheimischen Diensten wie Maxdome oder Watchever gehört dazu auch der Online-Händler Amazon. Er startete zu Jahresbeginn einen Preiskampf: Ein Video-Angebot gibt es bei Amazon für knapp 50 Euro im Jahr zusammen mit kostenloser Prime-Zustellung.

Netflix war in den USA 2007 ins Geschäft mit Video-Streaming aus dem Netz eingestiegen und hat 48 Millionen Kunden in 40 Ländern. Genauso wie Amazon produziert Netflix auch eigene Serien, um Nutzer anzulocken. Ein Deutschland-Start war bereits seit langem erwartet worden. Gleichzeitig solle der Dienst auch auf Österreich und die Schweiz sowie auf Frankreich, Belgien und Luxemburg ausgeweitet werden, hieß es am Mittwoch.

Roter Teppich für Netflix ausgerollt?

Die deutschen Kartellwächter haben der amerikanischen Online-Videothek Netflix nach Ansicht großer Fernsehsender geradezu den roten Teppich ausgerollt. Sowohl eine private Allianz von RTL und Sat.1 als auch die Öffentlich-Rechtlichen seien mit Plänen für eine senderübergreifenden Video-Plattform erst jüngst am deutschen Kartellrecht gescheitert, sagte der Geschäftsführer der WDR Mediagroup, Michael Loeb, am Mittwoch beim Medienforum NRW in Köln. "Eine große senderübergreifende Plattform für deutsches Fernsehen ist vor dem Markteintritt von Netflix nun nicht mehr möglich."

Die Wettbewerbslage schade dem Medienstandort Deutschland, sagte der Beauftragte für digitale Strategien beim ZDF, Robert Amlung: "Aus Nutzersicht ist es wahrscheinlich am Schluss relativ egal, wenn die großen Player aus den USA einen guten Job machen. Aber das, was eben der Effekt ist, ist, dass einfach ein Teil des Kuchens über den Teich wandert und eben nicht in Deutschland bleibt. Und das kann eigentlich nicht im Interesse des Medienstandorts sein."

Nationale Video-Plattformen in Deutschland benachteiligt?

Die Politik müsse ein "Korrektiv" im Kartellrecht schaffen, um Kooperationen unter Privaten und Öffentlich-Rechtlichen bei Video-Plattformen zu erleichtern, forderte WDR-Mediagroup-Geschäftsführer Loeb. Zurzeit sei es "internationalen Anbietern wie Netflix möglich, den Nutzern weitaus breitere und günstigere Angebote zu präsentieren, als die nationalen Anbieter das können, die aufgrund der kartellrechtlichen Auflagen solche attraktiven, wettbewerbsfähigen Angebote nicht am Markt platzieren können." US-Senderketten könnten Werbeeinbußen im Gegensatz zu deutschen Anbietern mit der gemeinsamen Plattform Hulu ausgleichen.

Der Geschäftsführer von RTL interactive, Marc Schröder, plädierte für einen "unaufgeregten Umgang" mit Netflix. "Wir sind alle sehr gut vorbereitet auf den Markteintritt eines weiteren Teilnehmers." Sorgen bereite ihm eher die Möglichkeit, dass ein Online-Händler Fernsehen nur als Nebengeschäft und allein dafür nutze, um Kunden für andere Produkte zu gewinnen. "Da werde ich nervös, weil das letztlich eine Entwertung des gesamten Marktes ist."

(Jörg Schamberg)

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