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Online-Tauschbörse Boerse.bz: Razzia mit 400 Polizisten in 14 Bundesländern

Ein Polizei-Großaufgebot schlug zu: Mehr als 400 Polizeibeamte durchsuchten 121 Objekte in 14 Bundesländern. Die Staatsanwalt hatte die möglichen Betreiber des Filesharers Boerse.bz im Visier. Immer wieder geraten Tauschportale ins Fadenkreuz von Ermittlungen.

04.11.2014, 16:03 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Bei Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Betreiber der Online-Tauschbörse Boerse.bz hat es Hausdurchsuchungen in mehreren Bundesländern gegeben. Mehr als 400 Polizeibeamte hätten 121 Objekte durchsucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag. Durchsuchungen hätten in 14 Bundesländern stattgefunden. Es sei niemand festgenommen worden.

Verdacht: Provision für Viel-Uploader

Auf der Webseite Boerse.bz würden Filme, Musik oder Computerspiele nicht direkt zum Herunterladen angeboten, sagte der Sprecher. Stattdessen sammelt die Webseite Links zu den Dateien, die bei einem sogenannten Filehoster gespeichert werden. Bei diesen Hostern können Nutzer kostenpflichtige Abos abschließen, um Filme oder Spiele schneller herunterladen zu können.

"Den Betreibern oder Verantwortlichen von Boerse.bz wird vorgeworfen, dass sie eine Provision von diesen Filehostern erhalten haben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch Nutzer, die besonders viele urheberrechtlich geschützte Inhalte hochgeladen hätten, sollen eine Provision bekommen haben.

"Hobbit" führte Hitparade 2013 an

Die Webseite ist mittlerweile offenbar umgezogen. Ob die Seite noch aktiv ist, wollte die Staatsanwaltschaft nicht kommentieren. Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen sollen dort mehr als 100.000 geschützte Werken illegal zugänglich gemacht worden sein.

Filesharing ist nach wie vor ein beliebter "Volkssport" mit halblegalem Charakter, auch wenn inzwischen viele "Filmpiraten" auf so genannte Streaming-Portale umgestiegen sind. Die Filmindustrie muss sich also weiterhin dem Problem stellen, dass vor allem Blockbuster illegal über das Internet konsumiert werden, die noch nicht auf legalem Wege abseits des Kinos konsumiert werden können. Sharer wie kinox.to und movie2k.

Einer der beliebtesten Film-Downloads über Sharing-Portale war im vergangenen Jahr der "Hobbit", gefolgt von "Django Unchained" und "Fast and Furious 6" - jedenfalls bei der Tauschbörse BitTorrent nach Angaben des Fachblogs TorrentFreak.

(Dorothee Monreal)

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