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Online-Netzwerk scannt iPhone-Adressbücher

Die Online-Plattform Path wurde von einigen Internet-Beobachtern schon als nächster Star unter den Sozialen Netzwerken gehandelt - doch jetzt schoss sich die junge Firma mit ihrer Datensammelwut ins Knie.

08.02.2012, 19:07 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die Online-Plattform Path wurde von einigen Internet-Beobachtern schon als nächster Star unter den Sozialen Netzwerken gehandelt - doch jetzt schoss sich die junge Firma mit ihrer Datensammelwut ins Knie.

Scann des Adressbuchs

Ein Software-Entwickler stellte durch Zufall fest, dass die Path-App ohne Vorwarnung das gesamte Adressbuch seines iPhone auf die Server des Startups hochlud. Das Unternehmen bestätigte dies auf Anfrage und bot nach einer Entschuldigung an, die Daten umgehend zu löschen.

Mitgründer Dave Morin argumentierte in einer Reaktion, die hochgeladenen Daten würden gebraucht, damit Nutzer ihre Bekannten bei Path leichter wiederfinden könnten. Ab der nächsten Version der App werde die Zustimmung der Nutzer eingeholt. Bei Path können Nutzer - ähnlich wie bei Facebook oder Twitter - Bilder und Videos oder ihre Aktivitäten miteinander teilen.

Update 9. Februar: Daten gelöscht

Path hat nach heftiger Kritik die Daten zwischenzeitlich gelöscht. Die Firma will aber weiterhin auf die Adressbücher zugreifen, lässt sich dies aber in der neuen Version der App erst ausdrücklich erlauben. Man wolle die Daten haben, um den Nutzern das Finden von Freunden und Familienmitgliedern in dem Netzwerk zu erleichtern, erläuterte Mitgründer und Chef Dave Morin. Um mehr sei es nicht gegangen. "Wir haben gedacht, wir machen alles richtig", verteidigte er sich in einem Interview mit dem Magazin "Wired". Das Hochladen der Adressdaten wurde allerdings weder in den Geschäftsbedingungen erwähnt, noch wurden die Nutzer darauf hingewiesen.

(Hayo Lücke)

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