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Online-Handel überholt klassischen Versandhandel

Weihnachtsgeschenke wurden in Deutschland erstmals häufiger online als per Post oder Telefon bestellt. Der Umsatz im Online-Handel legte 2009 um 15 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro zu.

19.12.2009, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Victoria / Fotolia.com

Die Deutschen haben in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke erstmals öfter online als per Post oder Telefon bestellt. In den Monaten November und Dezember brachte der Internethandel einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro, der herkömmliche Versandhandel kam auf 2,7 Milliarden. Im Vergleich zum Vorjahr (2,7 Milliarden) stieg der Online-Umsatz um 15 Prozent. Damit fiel das klassische Versandhandelsgeschäft zu Weihnachten erstmals hinter den Online-Handel zurück, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) am Freitag in Frankfurt berichtete.
Umsatzplus dank Internet
Insgesamt bescheren die starken Zuwächse im Internet dem deutschen Versandhandel in den letzten beiden Monaten des Jahres hochgerechnet ein Umsatzplus. 2008 wurden 5,7 Milliarden Euro umgesetzt, in diesem Jahr werden es nach bvh-Angaben 5,8 Milliarden sein.
Die Palette der bestellten Geschenke war dabei bunt gemischt: Kunden bestellten Bücher, CDs, DVDs, Schmuck, Parfüm, Spielsachen aber auch Unterhaltungselektronik, wie zum Beispiel MP3-Player oder Handys, oder hochwertige Haushaltsgeräte, wie der Verband berichtete.
Sonderschichten bei neckermann.de
Beim Versandhändler neckermann.de in Frankfurt werden am letzten Adventswochenende noch Sonderschichten eingelegt. Es seien zudem Leiharbeiter eingestellt worden, um die Nachfrage zu befriedigen. "Es brummt", sagte ein Unternehmenssprecher des drittgrößten Versenders der Republik. Der Umsatz im vierten Quartal übersteige deutlich den des Vorjahres. neckermann.de macht inzwischen deutlich mehr als 60 Prozent seines Geschäfts über das Internet. Besonders gut liefen dem Sprecher zufolge neben der Unterhaltungselektronik die Möbel.
Online-Handel mit Waren setzt 2009 rund 15,4 Milliarden Euro um
Der bvh erwartet für das Gesamtjahr einen um 1,7 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro (2008: 28,6 Milliarden.) gesteigerten Branchenumsatz. Der Anteil am Einzelhandel erreiche dadurch eine neue Höchstmarke von 7,4 Prozent (2008: 7,2 Prozent). Der Online-Umsatz mit Waren wird demnach in 2009 voraussichtlich um 15 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro (2008: 13,4 Milliarden. Euro) zulegen.

(Jörg Schamberg)

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