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Online-Börse Mt.Gox findet 200.000 verlorengeglaubte Bitcoins

Wer kennt das nicht: In einer Jackentasche im Schrank findet sich plötzlich ein zerknüllter Euro-Schein. Die insolvente Online-Börse Mt.Gox entdeckte jetzt in einer "digitalen Geldbörse" gleich 200.000 verschollene Bitcoins im Millionenwert.

21.03.2014, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Die insolvente Bitcoin-Börse Mt.Gox muss ein peinliches Eingeständnis machen: Sie hat 200.000 verlorengeglaubte Einheiten der digitalen Währung durch Zufall wiedergefunden. Sie seien in einer elektronischen Geldbörse entdeckt worden, teilte Mt.Gox am Freitag mit. Die digitale Geldbörse sei vor Juni 2011 genutzt worden. Mit dem Fund sinke die Zahl der noch vermissten Bitcoins auf 650.000. Die Nachricht folgt auf wochenlange Turbulenzen um Mt.Gox, die dem Enthusiasmus um die Digitalwährung einen jähen Dämpfer verschafften.

Wiederentdecktes Paket viele Millionen Dollar wert

Der in Tokio ansässige Marktplatz war die größte Handelsplattform für die digitale Krypto-Währung. Entsprechend groß waren die Schockwellen als Mt.Gox Insolvenz anmeldete und den Verlust von 850.000 Bitcoins eingestand. Davon gehörten 750.000 den Kunden und 100.000 dem Handelsplatz selbst.

Die digitale Währung war im vergangenen Jahr zeitweise für mehr als 1.000 Dollar pro Bitcoin gehandelt worden. Zuletzt hatte Mt.Gox selbst den Wert der verschollenen 850.000 Bitcoins noch mit 473 Millionen Dollar angegeben. Damit ist auch das jetzt wiederentdeckte Paket viele Millionen Dollar wert.

Mt.Gox waren schon vorher mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und eine chaotische Geschäftsführung vorgeworfen worden. Das Eingeständnis, ein so großes Bitcoin-Paket aus den Augen verloren zu haben, dürfte die Kritik weiter befeuern.

Weitgehend anonymer Zahlungsverkehr

Die Grundidee der 2009 zu Zeiten der Finanzkrise gestarteten Bitcoins ist ein weitgehend anonymer Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Bitcoins werden durch komplexe Rechenprozesse am Computer erzeugt. Die "Hacker-Währung" lässt sich in reales Geld eintauschen.

(Jörg Schamberg)

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