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Online-Auktionen: ...3 ...2 ...1...Fälschung!

"Auktionshäuser tun zu wenig gegen Plagiate", meinen der Markenverband und der Verbraucherzentrale Bundesverband.

29.04.2006, 10:17 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Auktionshäuser im Internet bieten gefälschten und nachgemachten Produkten den wichtigsten Handelsplatz. Diese Auffassung vertreten der Markenverband und der Verbraucherzentrale Bundesverband, kurz vzbv. Die Verbände werfen führenden Internet-Auktionshäusern vor, nicht entschieden genug gegen die Produktpiraterie vorzugehen.
Gesundheitsschäden
So gibt es unter anderem bei Sportkleidung oder Merchandisingartikeln Probleme mit gefälschten Produkten. Doch neben dem finanziellen Schaden durch zu hohe Preise für minderwertige Kopien könnten sich auch gesundheitliche Probleme ergeben. Insbesondere bei Kosmetika oder Spielzeug seien Verbraucher durch Fälschungen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Zudem bestehe die Gefahr, im Falle eines Weiterverkaufs Schadensersatz leisten zu müssen oder sich sogar strafbar zu machen.
"Produktpiraterie vernichtet Arbeitsplätze und verzerrt den Wettbewerb", erklärten Markenverband und vzbv anlässlich des Welttags des Geistigen Eigentums. Die Markenhersteller wollen ihre Rechte gegen gewerbliche Fälscher konsequent durchsetzen. Sie fordern die Auktionshäuser auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und rechtsverletzende Angebote zu sperren. So sollen die Verbraucher vor betrügerischen Angeboten und die Rechteinhaber vor der Verletzungen ihres geistigen Eigentums geschützt werden.
Original oder Fälschung?
In einigen Produktkategorien von eBay und Konsorten sollen gefälschte Waren einen erheblichen Anteil am Gesamtangebot ausmachen. Viele der angebotenen Produkte sähen dem Original täuschend ähnlich, seien tatsächlich aber billige Nachahmerprodukte. Dies bestätigt auch Maike Fuest von eBay Deutschland. Es sei teilweise schwer zu erkennen, ob es sich um ein Original oder ein Imitat handele. "In diesen Fällen ist für uns die Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern sehr wichtig", betont Maike Fuest. Dazu biete ebay das VeRi-Programm (verifizierte Rechteinhaber) an, mit dem Markenhersteller Auktionen mit gefälschten Produkten löschen lassen und die Kontaktdaten des jeweiligen Verkäufers anfordern können.
Die Verbände appellierten an die Verbraucher, solche Fälschungen zu boykottieren. Ihnen sei geraten, beim Kauf im Internet besonders sorgfältig auf die Seriosität des Anbieters zu achten. Ebay rät im Zweifelsfall den Verkäufer direkt anzusprechen und nachzufragen oder den Original-Kaufbeleg anzufordern. Nach Meinung des vzbv und des Markenverbandes sollen die Hersteller und die Rechteinhaber die Verbraucher jedoch nicht kriminalisieren. "Was wir brauchen, ist verstärkte Aufklärungsarbeit, damit Verbraucher über die Gefahren beim Kauf von Plagiaten informiert sind", sagte vzbv-Chefin Edda Müller.

(Saskia Brintrup)

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