Aus für Sieben-Tage-Regelung

Online-Angebote von ARD und ZDF bald länger im Internet verfügbar?

Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender sind maximal sieben Tage lang im Internet abrufbar. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen dies ändern. Über umfassende Strukturveränderungen bei ARD, ZDF & Co. wird eifrig diskutiert.

Fernsehen Fernbedienung© icarmen13/ Fotolia.com

Saarbrücken - Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen eigene Beiträge künftig länger als bisher im Internet zur Verfügung stellen können. Außerdem sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio mehr Freiheiten bei ihren redaktionellen Angeboten im Internet bekommen. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten der Länder am Freitag zum Abschluss ihrer zweitägigen Beratungen in Saarbrücken geeinigt.

Sieben-Tage-Regelung für Online-Angebote soll fallen

Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) sagte, die sogenannte Sieben-Tage-Regelung für Online-Angebote werde fallen: "Wir wollen das auflockern und verändern." Das müsse aber "aufwendungsneutral" passieren, also ohne zusätzliche Kosten.

Außerdem solle das Verbot presseähnlicher Angebote "weiter konkretisiert" werden. "Es ist nicht vorstellbar, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk heutzutage nicht die Möglichkeit hat, auch online bestimmte Dinge zu tun".

Anfang 2018 soll Beschluss über Strukturveränderungen bei ARD und ZDF erfolgen

Dreyer kündigte an, man wolle Anfang nächsten Jahres auch abschließend über Strukturveränderungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten beschließen. Zu den Spar- und Reformplänen der Sender sagte sie: "Wir loben das als ersten Schritt, aber wir sind nicht zufrieden. Sondern es muss weitergehen."

Soll "Das Erste" und die "Tagesschau" abgeschafft werden?

In dieser Woche war aus der Politik der Ruf nach einer umfassenden Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Angebots laut geworden. So gab es etwa den Vorschlag einer Abschaffung des ARD-Gemeinschaftsprogramms "Das Erste" und der "Tagesschau". Dagmar Gräfin Kerssenbrock, Vorsitzende des NDR Verwaltungsrates, bezeichnete diese Forderung als "verantwortungslos". Sie betonte: "Die Tagesschau ist die meistgesehene und vertrauenswürdigste Informationsquelle in Deutschland. Wer ihre Abschaffung fordert, hat die Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die freie Meinungsbildung in der Gesellschaft nicht verstanden." Zu den Online-Angeboten von ARD und ZDF sagte Gräfin Kerssenbrock: "Wenn die Menschen im Internet sind, dann muss auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Internet sein, weil sein Auftrag es erfordert und nicht von Geschäftsmodellen Dritter abhängig gemacht werden darf."

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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