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Offiziell: EU-Kommission erlaubt Übernahme von E-Plus durch o2

Die lang erwartete Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland wurde am Mittwoch in Brüssel bekanntgegeben. Der Mega-Deal erhält grünes Licht - aber nur unter Auflagen.

02.07.2014, 11:39 Uhr (Quelle: DPA)
Europa © finecki / Fotolia.com

Die EU-Kommission genehmigte am Mittwoch in Brüssel die milliardenschwere Hochzeit auf dem deutschen Mobilfunkmarkt unter Auflagen. Damit darf Telefónica Deutschland E-Plus übernehmen. Die Zahl der Anbieter auf dem deutschen Markt sinkt damit von vier auf drei. Als Konkurrenz bleiben nur die Deutsche Telekom und Vodafone. Telefónica Deutschland lässt sich den Deal acht Milliarden Euro kosten.

Telefónia muss sich von bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten trennen

Die Auflagen: Telefónica muss bis zu 30 Prozent seiner Netzkapazitäten abtreten und ein Radiowellenspektrum sowie andere Vermögenswerte abstoßen, teilte die EU-Behörde mit. Dies soll neuen Wettbewerbern Zugang zum deutschen Markt gewähren und kleinere Konkurrenten wettbewerbsfähiger machen. Telefónica verpflichtet sich auch, bestehende Vereinbarungen mit Großkunden auszuweiten und etwa Dienstleistungen rund um superschnelle Netze (4G) für Großkunden allen Interessenten anzubieten. Mit den Auflagen wollen die obersten EU-Wettbewerbshüter dafür sorgen, dass die Preise für die Verbraucher nicht steigen. Denn mit dem Zusammenschluss sinkt die Zahl der Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt von vier auf drei.

Die EU-Kommission verweist in ihrer Entscheidung ausdrücklich darauf, dass es neben den bislang vier Mobilfunkern noch virtuelle Netzbetreiber und Diensteanbieter wie Freenet, 1&1 oder Drillisch gibt. Mit den Auflagen wollen die obersten EU-Wettbewerbshüter verhindern, dass die Preise für die Kunden steigen. United Internet wollte die Entscheidung der EU-Kommission auf Anfrage von onlinekosten.de nicht kommentieren.

EU-Kommission wird Erfüllung der Auflagen überwachen

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte: "Verbraucher werden weiter in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen." Das deutsche Kartellamt hatte zuletzt vor weniger deutlich sinkenden beziehungsweise steigenden Preisen gewarnt. Die EU-Kommission wird überwachen, dass Telefónica die Auflagen auch wirklich erfüllt, und hat unter diesen Voraussetzungen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr.

Die Verhandlungen zwischen Telefónica und der EU-Kommission waren kompliziert. Auch das Bundeskartellamt wollte in der Sache entscheiden, doch die EU-Kommission hatte den Fall an sich gezogen. Die deutschen Kartellwächter hatten vor Preissteigerungen gewarnt. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, sagte auch nach der Entscheidung: "Die Auswirkungen auf Preise und Investitionen bleiben abzuwarten." Telefónica Deutschland mit der Marke O2 will E-Plus von dem niederländischen KPN-Konzern für mehr als acht Milliarden Euro kaufen.

(Jörg Schamberg)

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