VR-Brille

Oculus Rift kostet 699 Euro - Hohe Anforderungen an die Hardware

Die Katze ist aus dem Sack: Die VR-Brille Oculus Rift kostet 699 Euro. Außerdem wird ein schneller Rechner mit mindestens einem Intel Core-i5-Prozessor der Baureihe 4590 samt einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 290 benötigt.

Marcel Petritz, 07.01.2016, 10:05 Uhr (Quelle: DPA)
Oculus Rift VR-rille© Oculus VR

Berlin - Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift kann jetzt vorbestellt werden. Sie kostet für Kunden in Deutschland zusammen mit den beiden Spielen "Lucky's Tale" und "EVE: Valkyrie" 699 Euro. In den USA kostet sie 599 Dollar. Die Auslieferung soll ab März beginnen. Wer sie bestellt, sollte aber sicherstellen, dass der eigene Computer auch die Anforderungen zum Betrieb der Brille erfüllt. Und die sind nicht gerade gering.

Schneller Spiele-PC erforderlich

Dazu zählt mindestens ein Intel Core-i5-Prozessor der Baureihe 4590 oder höher, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher, drei freie USB-3.0- und ein freier USB-2.0-Stecker, dazu ein HDMI-1.3-Port. Als Grafikkarte nennt Oculus die Nvidia GTX 970 oder die AMD R9 290 (jeweils rund 300 Euro) als Minimum. Als Betriebssystem ist mindestens Windows 7 in der 64-Bit-Version mit installiertem Service Pack 1 nötig.

Die ebenfalls angekündigten Touch-Controller, die im VR-Betrieb die Hände des Nutzers simulieren sollen, können noch nicht bestellt werden. Sie sollen später angeboten werden. Wie Oculus-Chef Palmer Luckey per Twitter erklärte, sollen Vorbesteller aber Priorität beim Kauf des Controllers erhalten.

Niedrigerer Preis erwartet

Andeutungen, dass die Brille von Facebook etwas subventioniert werde, ließen ein günstigeres Angebot vermuten, kommentierte Branchenexperte Piers Harding-Rolls von der Analysefirma IHS. Aber Oculus habe einen eingeschränkten Spielraum beim Preis, weil die Firma als reiner Gerätehersteller nur wenig von dem Geschäft mit Inhalten abbekomme. Zugleich seien solche VR-Brillen noch nie in industriellen Mengen hergestellt worden. Der Produktion fehle noch die Größe, um günstiger zu werden, gab er zugleich zu bedenken.

Oculus-Gründer Palmer Luckey entschuldigte sich dafür, dass er mit ungeschickten Äußerungen die Hoffnungen auf ein günstigeres Gerät geweckt habe. Zugleich verteidigte er den Preis von 599 Dollar in den USA und 699 Euro in Europa. Virtuelle Realität auf hohem Niveau sei eine teure Angelegenheit, "aber die Rift ist unanständig billig dafür, was sie ist", schrieb er bei Twitter. Auch zu diesem Preis werde Oculus kein Geld mit der Brille verdienen.

Oculus hatte die zweite Vorabversion der Rift für Software-Entwickler für 350 Dollar angeboten. Und Luckey sagte im September, auch der Preis der Verbraucher-Variante, werde "ungefähr bei 350 Dollar" liegen. In einem Chat mit Online-Nutzern in der Nacht zum Donnerstag erklärte der Oculus-Gründer, er habe damals klarstellen wollen, dass die Rift nicht wie im Internet behauptet 1.500 Dollar (rund 1.380 Euro) kosten werde.

Eine erste Version der Brille hatte Oculus bereits im Frühjahr 2013 - damals noch ein unabhängiges Startup - veröffentlicht und damit trotz einiger technischer Schwächen für viel Aufsehen gesorgt. Ein Jahr später zahlte Facebook rund zwei Milliarden Dollar für die Firma und investierte massiv in die Weiterentwicklung. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg glaubt, dass diese Art virtueller Realität (VR) viele Lebensbereiche wie Unterhaltung oder Bildung verändern kann.

VR-Brille von Sony kommt ebenfalls in diesem Jahr

Das schon länger in Aussicht gestellte Paket aus Brille und einem angemessen leistungsstarken PC für knapp 1.500 Dollar wird ab Februar vorbestellt werden können. Viele könnten für die Oculus-Brille einen neuen Rechner brauchen: Experten weisen darauf hin, dass die meisten Computer schlicht nicht genug Leistung bieten. In der Zwischenzeit zogen auch Rivalen nach. Sony will ebenfalls in diesem Jahr den Verkauf der Brille Playstation VR für seine Spielekonsole starten.

Samsung brachte im vergangenen Jahr das auf Oculus-Technologie basierende Geräte Gear VR auf den Markt, in das ein Smartphone als Display eingesteckt wird. Der Smartphone-Spezialist HTC arbeitet an der Brille Vive.

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang