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Obermann: Telekom steht vor schwierigen Zeiten

Telekom-Chef René Obermann führt gegenüber der "Welt am Sonntag" vor allem die hohe Staatsverschuldung etlicher Länder an, die auch für die Telekom nicht ohne Folgen bleiben werde.

01.05.2010, 16:27 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Telekom-Chef René Obermann bereitet sein Unternehmen auf wirtschaftlich schwierige Zeiten vor. Das sagte der Konzernchef im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". "Ich befürchte, dass die hohe Staatsverschuldung in einer Reihe von Ländern nicht ohne Folgen bleiben wird", sagte Obermann. Das werde auch noch einmal auf die Konjunktur schlagen. "Ich kann Ihnen nicht sagen, wann das sein wird. Aber es wird Rückschläge geben."

Vorerst keine großen Übernahmen mehr

Obermanns Einschätzung hat Folgen auf das künftige Vorgehen der Telekom. "Wir müssen Reserven haben und werden daher bei möglichen Zukäufen vorsichtig vorgehen", sagte er. Vorerst werde es keine Multi-Milliarden-Euro-Übernahmen geben. Dies gelte auch für das T-Mobile Geschäft in den USA, wo der Umsatz im vergangenen Jahr sogar leicht zurückgegangen sei. Wann dort wieder Wachstum zu erwarten sei, wollte der Telekom-Chef nicht sagen. "Wir geben jedenfalls nicht auf, nur weil wir vorübergehend Wachstumsprobleme haben. Eine solche Delle sei kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen." Es müsse um jeden Kunden gekämpft werden.

Die Krise in Griechenland könnte schon bald Auswirkungen auf die Deutsche Telekom haben. Der Konzern ist an der griechischen Telekom- Gesellschaft OTE beteiligt, ein Großteil ist jedoch noch in den Händen des griechischen Staates, der zwingend neues Geld benötigt und daher einen weiteren Verkauf erwägen könnte. Der Staat kann uns weitere Unternehmensteile anbieten, sagte Obermann.

(Jörg Schamberg)

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