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O2 verliert im vierten Quartal 54.000 DSL-Kunden - Wachstum im Mobilfunk-Segment hält an

Telefónica hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem ordentlichen Kundenwachstum abgeschlossen. Allerdings nur, weil es im Mobilfunkgeschäft rund läuft. Das Festnetz-Segment mit DSL-Anschlüssen ist hingegen ein Sorgenkind.

o2© Telefónica

Telefónica Deutschland muss weiter mit einer Kündigungswelle der eigenen DSL-Kunden zurechtkommen. Wie den am Mittwoch in München vorgelegten Geschäftszahlen für das vergangene Jahr zu entnehmen ist, kündigten im vierten Quartal weitere 54.000 Kunden ihren Breitband-Anschluss. Im gesamten Jahr verlor der Konzern 221.000 DSL-Kunden. Eine immer unwesentlichere Rolle spielen Schmalbandanschlüsse. Ihre Zahl reduzierte sich im vierten Quartal um weitere 7.000 auf 303.000. Einen Festnetzanschluss nutzten zum Stichtag Ende Dezember 2,25 Millionen Telefónica-Kunden und damit 47.000 weniger ein Quartal zuvor.

Viele neue Mobilfunk-Kunden

Besser sieht es im Mobilfunk-Segment aus, wo Telefónica vor allem im Vertragskundengeschäft punkten konnte. Zwar gewann der Konzern im vierten Quartal nur 186.000 neue Mobilfunkkunden hinzu, steigerte die Kundenbasis im Jahresvergleich aber um ordentliche 920.000. Die Zahl der Prepaidkunden kletterte zwischen Ende 2011 und Ende 2012 von 9,14 auf 9,19 Millionen, bei den Vertragskunden war ein Wachstum von 9,24 auf 10,11 Millionen Kunden zu verzeichnen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte konnte die Zahl der Vertragskunden damit die 10-Millionen-Grenze überschreiten. Einschränkend muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass o2 seinen neuen Vertragskunden die Möglichkeit einräumt, die Verträge schon nach einem Monat wieder zu kündigen. Langfristige Kundenbindungen sind demnach nicht garantiert.

Auf der finanziellen Seite verbesserte Telefónica den Jahresumsatz um 3,5 Prozent auf 5,21 Milliarden Euro. Allein das vierte Quartal steuerte 1,34 Milliarden Euro bei, wobei 1,01 Milliarden Euro auf das Mobilfunk- und 327 Millionen Euro auf das Festnetz- und DSL-Segment entfielen. Im Durchschnitt setzte jeder Kunde im vergangenen Jahr monatlich 13,80 Euro um und damit 20 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Der Jahresüberschuss legte von 554 Millionen im Jahr 2011 auf 1,34 Milliarden Euro zu. Und das, obwohl Telefónica die Ausgaben von 558 auf 609 Millionen Euro steigerte.

Für 2013 verfolgt Telefónica die Strategie, mit seinen Marken wie o2 oder Fonic und günstigen Datentarifen neue Anteile am Telekommunikationsmarkt zu gewinnen. Erst am Montag wurden in Barcelona auf dem Mobile World Congress neue Mobilfunktarife der o2 Blue-Familie vorgestellt, bei denen eine Allnet-Flatrate und SMS-Pauschale grundsätzlich inklusive ist und in erster Linie nur noch zwischen der maximal möglichen Surfgeschwindigkeit und dem nutzbaren HSDPA-Datenvolumen unterschieden wird. Die Einführung von LTE wird als wichtiger Treiber für zukünftige Umsatzerlöse angesehen. Im Festnetzgeschäft wird von einem Umsatzrückgang ausgegangen.

(Hayo Lücke)

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