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o2 fordert faire Vergabe von neuen Frequenzen

Die D-Netzbetreiber würden bei der 2010 anstehenden großen Frequenz-Auktion besser gestellt. O2 hat der Bundesnetzagentur einen Plan vorgelegt, der eine Begrenzung des Frequenzspektrums pro Anbieter vorsieht.

09.09.2009, 14:33 Uhr
o2© Telefónica

Die Mobilfunkbranche blickt mit großen Erwartungen auf das kommende Jahr. Die Bundesnetzagentur wird 2010 in der größten Frequenz-Auktion seit zehn Jahren freie Mobilfunkfrequenzen versteigern. Die Frequenzen unter einem Gigahertz, unter anderem die sogenannte Digitale Dividende im Bereich um 800 Megahertz, sind dabei besonders begehrt. Die Mobilfunknetzbetreiber müssen die Frequenzen vorwiegend für den Breitband-Ausbau in ländlichen Gebieten verwenden. Anbieter o2 sieht sich im Vergleich mit den D-Netzbetreibern bei der Frequenzvergabe jedoch benachteiligt.
Frequenzen für den Breitband-Ausbau
"Die D-Netzbetreiber sind durch ihren frühen Markteintritt bei der Frequenzverteilung unter ein Gigahertz besser gestellt", so Markus Haas, für Regulierungsfragen zuständiger Geschäftsführer bei Telefónica o2 Germany. Der Münchener Mobilfunknetzbetreiber hat der Bundesnetzagentur ein Konzept vorgelegt, dass feste Spektrumsgrenzen für alle Mobilfunkanbieter festlegt. Vodafone und T-Mobile würden heute über je 12,4 Megahertz im GSM 900 Bereich, o2 und E-Plus jedoch nur über je fünf Megahertz verfügen. Die Frequenzen unterhalb von einem Gigahertz erlauben die Versorgung großer Flächen mit vergleichsweise wenig Sendemasten. Der Aufbau eines Breitband-Netzes per Funk auch auf dem Land wird damit günstiger. In Städten und Ballungsgebieten sind o2 und E-Plus dagegen mit Frequenzen im Spektrum von 1800 Megahertz gut vertreten.
o2-Plan: Umverteilung der Frequenzen oder Spektrumsgrenze
Aus dem Bereich um 800 Megahertz werden insgesamt sechs Blöcke von je fünf Megahertz versteigert. "Die Vergabe dieser Frequenzen wird nicht nur über die Marktchancen in den nächsten zehn bis 20 Jahren entscheiden", zeigt sich Haas überzeugt. Die Auktion stelle die Weichen für den Wettbewerb im Mobilfunk in Deutschland und für die mobile Breitbandversorgung. Die bestehenden Frequenzen müssten vor der kommenden Auktion umverteilt werden. Sollten die D-Netzbetreiber dem nicht zustimmen, so müsse die Bundesnetzagentur für eine entsprechende Begrenzung des Spektrums pro Anbieter sorgen. O2 denkt hier an maximal 20 Megahertz pro Betreiber im Bereich unter einem Gigahertz. Dieser Vorschlag würde laut Haas zu einem "fairen Wettbewerb" führen. Die Verpflichtung zum Breitbandausbau in ländlichen Gebieten sollte zudem regional auf die Frequenzblöcke verteilt werden.

(Jörg Schamberg)

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