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o2-Chef: "Wir wollen nicht für jeden attraktiv sein"

Deutschlands kleinster Mobilfunker will sein jugendliches Image nicht aufgeben.

07.02.2005, 11:06 Uhr
o2© Telefónica

Mit starken Kundenzahlen in Bezug auf die Neukundenakquise sorgte o2 Germany im letzten Quartal des vergangen Jahres für großes Aufsehen. 729.000 Neukunden übertrafen zwar nicht den Erfolg von Vodafone (843.000), waren aber dennoch ein Fingerzeig. Auch o2-Chef Rudolf Gröger sieht sein Unternehmen auf dem richtigen Weg, wie er in einem Interview mit der Berliner Zeitung verriet.
Andere Strategie
Er sieht durchaus Chancen, dass in Deutschland allen gegenteiligen Prognosen zum Trotz auch vier und nicht nur drei Mobilfunkanbieter überleben können. o2 sei der einzige der vier großen Anbieter, die Kundenzielgruppen selektiv ansprechen. Dies liege auch daran, dass das Münchener Unternehmen in den Markt gestartet sei, als T-Mobile, Vodafone und E-Plus schon längst im Rennen waren. In Deutschland spreche o2 junge Leute im Alter zwischen 19 und 39 Jahren an, die in Großstädten leben. Zu gut Deutsch: Genion, das Kombi-Produkt bestehend aus Mobilfunkvertrag und eigener Festnetznummer, das schon jetzt unter Jugendlichen äußerst beliebt ist, soll weiter wachsen.
Ältere Kundenkreise anzusprechen – auch mit der geschalteten Werbung – solle keinesfalls unter der Marke o2 geschehen, so Gröger. "Wenn wir jetzt beispielswesie Hausfrauen mit Einfachsthandys und Guthabenkarten-Verträgen ansprechen würden, wäre unsere Marke verwässert. Unser jugendliches Image würde darunter leiden und damit wohl langfristig auch unsere Wachstumschancen. Wir wollen deshalb nicht für jeden attraktiv sein.
UMTS- für GSM-Netz
Weiter führte Gröger aus, dass o2 sein UMTS-Netz in den Großstädten weiter ausbauen will. Durchaus möglich sei es, dass einzelne GSM-Basisstationen, die im Zuge der UMTS-Umstellung nicht mehr benötigt werden, von den Städten auf das Land umgesetzt werden, um dort nicht mehr auf das langfristig teure Roaming-Abkommen mit T-Mobile zugreifen zu müssen. Mittelfristig solle aber auch in den Städten weiterhin ein leistungsfähiges GSM-Netz erhalten bleiben.

(Hayo Lücke)

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