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o2 can do? - Surf@home im Langzeittest

Nach unserem Praxistest folgt jetzt der Langzeittest. Ob der Internetzugang via UMTS immer noch überzeugt?

24.02.2006, 17:31 Uhr
o2© Telefónica

Seit über drei Monaten haben wir Surf@home vom Mobilfunkprovider o2 nun im Dauerbetrieb getestet. In dieser Zeit gab es Höhen und Tiefen, Erfreuliches wie Ärgerliches. Der Zeitpunkt für ein ausführliches Fazit ist gekommen.
Rückblick
In unserem im November des letzten Jahres veröffentlichten Praxistest gaben wir einen Überblick darüber, wie sich die Funk-Internet-Lösung von o2 installieren lässt. Zudem zeigten wir auf, was die gelieferte Hardware - der PX 40 aus dem Hause Possio (vertrieben als UMTS-Router II) - zu bieten hat und wo deren Schwächen liegen. Außerdem kritisierten wir die fehlende Kostentransparenz und die vergleichsweise teuren Tarife. Was hat sich seitdem getan?
Noch immer fehlt für Surf@home-Kunden jegliche Kostenübersicht. Keine Kurzmitteilung beim Überschreiten des Inklusivkontingents, keine online einsehbare Nutzungsstatistik. Immer noch soll die Traffic-Messung des UMTS-Routers als alleiniges Informationsmaterial dienen. Und das, obwohl dessen Statistik von o2 ironischerweise als "nicht verbindlich" eingestuft wird. Nichts Neues also.
Zuverlässiger Partner
Nach drei Monaten kann immerhin gesagt werden, dass die Angaben des PX 40 als sehr zuverlässig einzustufen sind. Jedenfalls nach Umrechnen der transferierten Bits in aussagekräftigere Megabytes. Erfahrungsgemäß zeigte das Gerät sogar einige hundert Megabytes mehr an, als auf der o2-Rechnung letzten Endes aufgeführt waren. Bei allen anderen Disziplinen überzeugt der Possio PX 40 ebenso auf ganzer Linie. Durch ein Firmware-Update gehören die in unserem ersten Test bemängelten Ladefehler bei Websites der Vergangenheit an, die WLAN-Verteilung gelingt weiter problemlos, UMTS-Konnektivität besteht ohne Einschränkungen. Jedenfalls, so lange UMTS von o2 verfügbar ist.
UMTS, wo bist du hin?
An frostigen Wintertagen kam es immer wieder vor, dass das UMTS-Netz von o2 zusammen brach. Was genau falsch lief, konnte die Hotline bei keinem Anruf klären. "Es liegen keine Störungen vor", so die Standardantwort. Doch wieso suchte der PX 40 dann wie verrückt? Wieso fand er kein Netz? Der Support versagte hier kläglich. Stets wurde die SIM von einem Hotliner, warum auch immer, im System neu gestartet, was mehrere Stunden in Anspruch nahm. Eine für Privat- wie auch Geschäftskunden absolut nicht hinnehmbare Durststrecke.
Schade auch, dass seitens o2 keine Kulanzleistungen zu erwarten sind. Keine Gutschriften, kein Grundgebührerlass - Konkurrent Vodafone ist da scheinbar einen Schritt weiter. Läuft hier etwas nicht rund, wird die Klientel mit Gutschriften gezähmt. So sollte es sein, schließlich zahlt der Kunde viel Geld für einen Internetzugang, der auch immer funktionieren sollte. Funkverbindung hin oder her.
Langzeit-Fazit?
Neben den Zusammenbrüchen kann an der Verbindung nichts beanstandet werden. Der Vorzeige-Router von Possio macht seine Sache sehr gut, die Datenraten sind fast ganztägig wie versprochen bei 384 / 64 Kilobit pro Sekunde.
Jetzt gilt es nur noch die seltsamen Ausfälle, die fehlende Transparenz und die teuren Paketpreise aus der Welt zu räumen, um Surf@home zu einer rundum gelungenen DSL-Alternative zu machen. Abzuwarten bleibt auch, ob - und wenn ja wann - o2 mit dem UMTS-Turbo HSDPA durchstartet und die Übertragungsraten auf 1,8 Mbit/s im Downstream beschleunigt. Vielleicht bringt die nahende CeBIT ja schon Neuigkeiten zu diesen Fragen.

(Michael Müller)

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