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Nur 93 Mbit/s an allen VDSL100-Anschlüssen - Bug oder Feature? (Update)

Bei allen Internetzugängen der Deutschen Telekom, die Downloads mit bis zu 100 Mbit/s bieten sollen, kommen beim Kunden offenbar nie mehr als 93 Mbit/s an. Bedingt wird dieser Bandbreitenverlust wohl durch den Einsatz von G.INP.

02.02.2015, 15:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Bei allen Internetzugängen der Deutschen Telekom, die Downloads mit bis zu 100 Mbit/s bieten sollen, kommen beim Kunden offenbar nie mehr als 93 Mbit/s an. Bedingt wird dieser Bandbreitenverlust wohl durch den Einsatz von G.INP. Das Problem ist seit Monaten bekannt. Unklar ist jedoch, ob dies so gewollt ist oder ein Fehler. Update: Die Telekom hat Anfragen von onlinekosten.de zuerst unbeantwortet gelassen, dies aber mittlerweile nachgeholt. Mehr dazu im Folgeartikel VDSL100: Telekom wird Fehlerkorrektur G.INP abschalten.

Fehlerkorrektur mit Vor- und Nachteilen

G.INP wird von Online-Gamern geschätzt, da sie sich durch einen geringen Ping einen Vorteil im Spiel versprechen. Genau genommen ist G.INP aber ein Verfahren zur Übertragungssicherheit. In dem Standard ist festgelegt, wie mit fehlerhaften Datenpaketen umgegangen wird. Dabei greift G.INP nur ein, wenn tatsächlich fehlerhafte Daten auftreten.

Im Vergleich mit dem Verfahren Forward Error Correction (FEC), bei dem es typischerweise einen Overhead von 12 Prozent gibt, soll dieser bei G.INP mit 6-7 Prozent spürbar geringer ausfallen. Tatsächlich würde man bei Abzug dieses Verlusts bei einem VDSL100-Anschlusses auf ungefähr 95 Mbit/s kommen, die der Kunde tatsächlich nutzen kann.

Fehler in einer Netzkomponente?

Der für die Fehlerkorrektur notwendige Overhead sollte jedoch grundsätzlich reserviert werden, sodass der Kunde tatsächlich bis zu 100 Mbit/s nutzen kann. Andernfalls müsste die Telekom die VDSL2-Anschlüsse mit Vectoring korrekt mit "bis zu 93 Mbit/s" vermarkten, wenn nicht auf zumindest einer Protokollebene die 100 Mbit/s erreicht werden.

Die Diskussion im Onlinekosten-Forum dreht sich jedoch um mögliche technische Fehler. Mitarbeiter aus dem Technik-Team der Telekom sollen dies im Einzelfall auch schon bestätigt haben. Das Problem scheint in der Kommunikation zwischen DSLAM und BRAS zu stecken. Der Broadband Remote Access Server (BRAS) ist die Netzkomponente, die den DSLAM mit dem Netzwerk des Providers verbindet. Beide Geräte verständigen sich per Access Node Control Protocol (ANCP). Der Router beim Kunden scheint keine Rolle zu spielen.

Beachten Sie auch die weiteren Teile unserer Vectoring-Serie:
Teil 1: Der lange Weg zur Einführung von VDSL 100 in Deutschland
Teil 2: Die Technik hinter den schnellen VDSL2-Anschlüssen
Teil 3: Speedtests: Wie schnell ist mein Internet?
Teil 4: Tarife mit VDSL 100 im Überblick
Teil 5: Nur 93 Mbit/s an allen VDSL100-Anschlüssen - Bug oder Feature?
Teil 6: VDSL100: Telekom wird Fehlerkorrektur G.INP abschalten

(Peter Giesecke)

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