News

NRW startet Polizeiwache im Internet

Innenminister Ingo Wolf (FDP) verspricht sich davon eine niedrigere Hemmschwelle, weil Bürger eher bereit seien, das Internet zu nutzen als zum Telefonhörer zu greifen oder zu einer Polizeiwache zu gehen.

04.01.2007, 14:05 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen hat eine so genannte Internetwache eingerichtet, um rund um die Uhr Anzeigen und Tipps zu drohenden Gewalttaten entgegennehmen zu können. Innenminister Ingo Wolf (FDP) verspricht sich davon eine niedrigere Hemmschwelle, weil Bürger eher bereit seien, das Internet zu nutzen als zum Telefonhörer zu greifen oder zu einer Polizeiwache zu gehen.
Hemmschwelle überwinden
Wer im Internet etwa Anzeichen für einen möglichen Amoklauf wie jenen in Emsdetten bemerke, "darf sich nicht scheuen, sofort die Polizei zu verständigen", erklärte Wolf am Donnerstag in Düsseldorf. Bei dem Amoklauf an einer Schule in Emsdetten hatte im November ein 18-Jähriger sechs Menschen verletzt und sich selbst getötet
Wie wichtig Hinweise auf solche Täter sein können, zeigt laut Wolf ein Beispiel aus Paderborn. Dort habe eine Zeugin Mitte Dezember der Polizei mitgeteilt, dass ein Schüler in einem Internet-Chatroom mehrere Mitschüler massiv mit dem Tod bedrohe. Bei dem innerhalb von zwei Stunden ermittelten Verdächtigen habe die Polizei Waffen und gewaltverherrlichende Computerspiele gefunden. Der 18-Jährige sei nach einer ärztlichen Untersuchung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.
"Mit dem erweiterten Angebot der Polizei kommen wir den Internetnutzern und ihrem Kommunikationsverhalten entgegen, um solche Gewalttaten zu verhindern", betonte der Innenminister. Strafanzeigen können in Nordrhein-Westfalen bereits seit knapp vier Jahren online erstattet werden.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang