Programmierbare Verbotszonen

NRW für digitalen Schutz vor Drohnen

NRW-Justizminister Peter Biesenbacher will sensible Bereiche wie Haftanstalten und Flughäfen vor Drohnen schützen. Die Drohnen sollen entsprechend programmiert sein, so dass ein Eindringen in Verbotszonen nicht mehr möglich sei.

Jörg Schamberg, 28.01.2020, 10:37 Uhr
Drohne© clautopdia / Fotolia.com

Bundesweit existieren bereits detaillierte Vorschriften zur Nutzung von Drohnen und auch entsprechende Verbote. Doch das Land Nordrhein-Westfalen will nun einen Schritt weiter gehen. NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) kündigte an, dass das Bundesland sich für eine Programmierung von Drohnen stark mache, die ein Eindringen in Verbotszonen über Haftanstalten und Flughäfen automatisch verhindere. Eine entsprechende Regelung solle gesetzlich festgelegt werden.

Starke Zunahme der Drohnenflüge über Haftanstalten

"Jede Drohne über einer Justizvollzugsanstalt ist eine Sicherheitsstörung", erklärte Biesenbach gegenüber der "Rheinischen Post". Die Zahl der erfassten Drohnenflüge über NRW-Haftanstalten nehme schnell zu. In den Jahren 2017 und 2018 habe es jeweils drei Vorfälle gegeben, im vergangenen Jahr seien es bereits zwölf gewesen. Auch Flughäfen sollten vor den Drohnen geschützt werden. "Ich kann mir vorstellen, dass unser Vorstoß auch in anderen Bereichen wie beim wichtigen Thema Flugsicherheit hilfreich sein könnte", so der NRW-Justiziminister.

Code in Drohnen könnte Eindringen in Flugverbotszonen verhindern

Die Deutsche Flugsicherung verzeichnete 2019 insgesamt 125 Behinderungen durch Drohnen an deutschen Flughäfen. NRW plädiert dafür, dass die Landesjustizminister Druck auf den Bund ausüben und ihn zur Verankerung des sogenannten Geo-Fencing im Europarecht auffordern. Dadurch könnten sensible Luftbereiche wie Gefängnisse und Flughäfen durch einen virtuellen Zaun geschützt werden. Drohnen, die mit einem entsprechenden Code versehen wurden, könnten nicht in den geschützten Luftraum hineinfliegen.

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