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novero "Solana": Windows-Laptop meets Android-Tablet

Ein Windows-Laptop, der im Handumdrehen zum Android-Tablet wird - das verspricht der Düsseldorfer Hersteller novero mit dem "Solana". Wir haben uns das Gerät auf dem MWC näher angesehen.

29.02.2012, 13:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Nicht nur Tablets und Smartphones stehen auf dem diesjährigen Mobile World Congress wieder hoch im Kurs, auch Kreuzungen aus zwei oder mehr Geräteklassen sind immer häufiger anzutreffen. Unbestrittener Meister dieses Segments ist bislang Asus mit dem wahlweise als Tablet-PC oder Netbook nutzbaren Android-Smartphone "PadFone". Andere Hersteller haben sich das Thema mobile Hybrid-Computer aber ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Einer davon ist das Düsseldorfer Unternehmen novero, dessen Windows-Laptop "Solana" im Handumdrehen in ein Android-Tablet mit kapazitivem 10-Zoll-Display verwandelt werden kann. Wir hatten in Barcelona Gelegenheit, das Gerät in Augenschein zu nehmen.

Windows 7 und Android 2.3 vorinstalliert

Laut novero ist das 1,3 Kilogramm schwere Gerät das weltweit erste Hybrid-Modell, das die beiden im PC- und Mobilbereich jeweils am häufigsten genutzten Betriebssysteme in sich vereint. Zwar haben auch andere Hersteller bereits Geräte mit Dual-Boot vorgestellt, wie Acer mit dem Aspire One D255 und ViewSonic mit dem ViewPad 10pi, eine Kombination aus Notebook und Tablet war bislang allerdings nicht dabei.

Neben Windows 7 Home Premium in der 32-Bit-Version kommt dabei allerdings vorerst nur die angestaubte Android-Variante 2.3 (Gingerbread) zum Einsatz. Die aktuelle für Smartphones und Tablets gleichermaßen optimierte Version 4.0 (Ice Cream Sandwich) werde hingegen bewusst ausgelassen, erklärte eine novero-Sprecherin gegenüber onlinekosten.de. So wolle man noch die für Herbst erwartete Veröffentlichung von Android 5.0 (Jelly Bean) abwarten und anschließend zeitnah ein kostenloses Update bereitstellen. Später soll die "Solana"-Serie zudem standardmäßig mit Windows 8 ausgeliefert werden.

Umschaltung per App oder Desktop-Link

Die Umschaltung zwischen Notebook- und Tablet-Modus erfolgt softwarebasiert per App oder Desktop-Link und dauert insgesamt weniger als 10 Sekunden. Um den "Solana" auch optisch zu transformieren, genügt das Auf- und Zuklappen des Gerätes mit anschließender 180-Grad-Drehung des an seiner Horizontal-Achse über ein Drehgelenk mit dem Rahmen verbundenen Flip-Bildschirms. Die Handlichkeit eines Tablets darf man bei Abmessungen von 278 x 225 x 21,5 allerdings nicht erwarten. Dafür lassen sich beide Betriebssysteme generell sowohl per Touchscreen als auch klassisch über die Hardware-Tastatur oder andere Eingabegeräte bedienen. Um den spiegelnden Bildschirm je nach Einsatzart vor Kratzern zu schützen, wurde dieser mit "Gorilla Glas" beschichtet.

Leider verfügte das am novero-Stand in Barcelona gezeigte "Solana"-Vorserienmodell andererseits über keinerlei Abstandshalter auf dem beweglichen Teil des aus Metall bestehenden Displayrahmens, weshalb sich im Touchpad-Bereich bereits feine Kratzer auf dem schwarzen Klavierlack offenbarten. Ob novero hier noch nachbessert, bleibt abzuwarten. Davon abgesehen zieht die glänzende Oberfläche Fingerabdrücke nahezu magisch an. Ebenfalls noch nicht ganz abgeschlossen war bei unserem Hands-On-Modell die Android-Implementierung. So weigerte sich nicht nur manche App beharrlich, wie gewünscht zu starten; auch die am rechten Rand integrierten Android-Tasten zeigten noch keinerlei Funktion. Wenn die ersten "Solana"-Hybriden Anfang April in den Handel kommen, sollen derlei Probleme aber behoben sein.

64-GB-Version soll 550 Euro kosten

Bei der vorgeführten Hardware-Ausstattung dürfte sich derweil nichts mehr ändern. Das Datenblatt verspricht hier eine Dual-Core-CPU vom Typ Intel Atom N2600 "Cedar Trail" mit 1,6 Gigahertz (GHz) Taktrate und Intel GMA 3600, 2 Gigabyte (GB) DDR3-RAM eine in den Ausführungen 32, 64 und 128 GB angebotene SSD-Festplatte sowie eine 3-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Frontseitig steht zudem eine 1,3-Megapixel-Webcam für Videoanrufe zur Verfügung. Die Auflösung der im Hintergrund mit LEDs beleuchteten Anzeige beträgt 1.024 x 768 Pixel. Ebenfalls mit an Bord sind zudem Licht- und Bewegungssensor, zwei USB-2.0-Ports, Audio- und Mikrofon-Buchse, microSD-Kartenleser und HDMI-Anschluss. Ein DVD-Laufwerk ist nicht vorhanden.

In Sachen Konnektivität finden sich Bluetooth 2.1+EDR, WLAN in den Standards 802.11b/g/n, Wi-Fi Direct sowie ein SIM-Kartenslot für die Nutzung mobiler Internetverbindungen. Dieser unterstützt UMTS-/HSDPA-Datenübertragungen mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Down- sowie 5,76 Mbit/s im Upstream. Außerdem bereits angekündigt ist ein LTE-Modell, das jedoch erst Anfang kommenden Jahres auf den Markt kommen soll. Die in Kürze erhältliche Variante soll in der 64-GB-Version für 550 Euro zu haben sein. Zu den Preisen der übrigen Ausführungen war im Gegenteil zur maximalen Akkulaufzeit noch nichts zu erfahren. Letztere beträgt laut novero 4,5 Stunden.

(Christian Wolf)

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