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Not-Verkauf: Blackberry geht ans Eingemachte

Ein Riese schrumpft, um zu wachsen: Der einstige Boom-Konzern Blackberry verkauft einen Großteil seiner Immobilien, um seine schräge Bilanz aufzuhübschen. Denn der Trudeltanker sitzt auf Betongold in Millionenhöhe.

07.05.2014, 11:01 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry hübscht wie bereits 2013 angekündigt mit dem Verkauf von Immobilien seine Bilanz auf. Das Unternehmen rechnet mit 305 Millionen kanadischen Dollar (200 Millionen Euro) für den Großteil seiner Gebäude im Heimatland Kanada. Abnehmer ist die US-Immobiliengesellschaft Spear Street Capital.

280.00 Quadratmeter wechseln Besitzer

Blackberry nannte jetzt Preis und Käufer. Die meisten der betroffenen Immobilien sollen noch in diesem Monat an den neuen Besitzer übergehen, der Rest bis Ende September.

Insgesamt geht es um 280.000 Quadratmeter an Büro- und Fabrikflächen sowie unbebautem Land. Einen Teil der Flächen will Blackberry zurückmieten. "Das Unternehmen wird weiterhin eine starke Präsenz in Kanada haben", bekräftigte Blackberry. Die Firmenzentrale verbleibe in der Stadt Waterloo nahe Toronto.

Tausende Mitarbeiter mussten gehen

Hintergrund des Schritts sind schwindende Smartphone-Verkäufe, wodurch die Produktion geschrumpft ist. Tausende Mitarbeiter wurden entlassen, BlackBerry schreibt tiefrote Zahlen. Der Markt wird von Apples iPhone und Android-Handys wie Samsungs Galaxy-Reihe beherrscht.

Chef John Chen will Blackberry nun auf Geschäftskunden ausrichten; er rechnet erst zum Geschäftsjahr 2016 mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Die Geldreserven von BlackBerry lagen am 1. März bei 2,7 Milliarden Dollar nach 3,2 Milliarden drei Monate zuvor. Das Unternehmen machte keine Angaben zu aktuellen Nutzerzahlen. Chen hatte im Februar von rund 60 Millionen gesprochen. Zu besten Zeiten hatte BlackBerry rund 80 Millionen Kunden. Der auch für andere Smartphone-Plattformen verfügbare Messaging-Dienst BBM kommt inzwischen auf 85 Millionen Nutzer pro Monat.

(Dorothee Monreal)

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