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Nokia verklagt Apple: Das iPhone verletze Patente

Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat seinen Konkurrenten Apple verklagt. Grund: Apple soll beim Bau des iPhones mehrere wichtige Patente Nokias ohne Lizenz genutzt haben.

22.10.2009, 19:16 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Apple gilt vielen Technikfans als Vorreiter in Sachen Smartphones und mobiler Kommunikation. Spätestens seit Einführung des iPhones wird der Konzern für sein Vermarktungsgeschick und seine Innovationskraft bewundert. Eine Klage des finnischen Handyherstellers Nokia vor dem Federal District Court im US-Bundesstaat Delaware wirft nun allerdings erste Zweifel auf, ob das Unternehmen aus Cupertino wirklich ausschließlich auf Eigenentwicklungen setzt. Apple wird darin vorgeworfen, zehn Technik-Patente der Finnen beim Bau des iPhones verletzt zu haben.
Fundamentale Technologien
Laut Angaben Nokias geht es bei dem Streit um fundamentale Technologien, die den Bau von Mobiltelefonen in der heutigen Form erst ermöglichen und daher als Industrienormen anerkannt sind. Sie dienen dazu, Handys mit einem oder mehreren Mobilfunkstandards wie GSM oder UMTS (3G WCDMA) sowie dem WLAN-Standard kompatibel zu machen. Funktionen wie die drahtlose Datenübertragung, Sprachkodierung oder Verschlüsselungstechniken würden dabei durch die zugehörigen Patente Nokias abgedeckt. Der finnische Hersteller hätte somit ein Recht auf Lizenzabgaben, die laut Angaben des Unternehmens auch bereits von rund 40 anderen Firmen gezahlt werden. Apple hingegen soll bei allen bisherigen iPhone-Modellen geschütztes Wissen widerrechtlich und ohne Lizenz verwendet haben.
"Freifahrt auf dem Rücken Nokias"
"Das Grundprinzip der Mobilfunkindustrie ist, dass Firmen, die einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung neuer technischer Standards geleistet haben, durch andere für ihr Wissen einen Ausgleich erhalten", so Ilkka Rahnasto, Vize-Präsidentin der Patent- und Rechtsabteilung bei Nokia. "Wir erwarten auch von Apple, diesem Prinzip Folge zu leisten. Wenn es Apple aber ablehnt, den erforderlichen Bedingungen für eine Nutzung des geistigen Eigentums von Nokia zuzustimmen, ist dies nichts anderes als eine Freifahrt auf dem Rücken der Innovationen Nokia's", sagte Rahnasto.
Nokia hat nach eigenen Angaben in den letzten 20 Jahren ungefähr 40 Milliarden Euro in Forschung sowie Entwicklung investiert und besitzt tausende Patente im Mobilfunkbereich. In letzter Zeit ist das Geld aber knapper: Im dritten Quartal 2009 hatten die Finnen erstmals seit 16 Jahren Verluste eingefahren. Als einer der wichtigsten Gründe gilt der fehlende Erfolg beim Geschäft mit den besonders ertragreichen und wachstumsträchtigen Smartphones. Hier liegt Apple mit dem iPhone vorn.

(Christian Wolf)

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