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Nokia verkauft wieder mehr Handys - Hoher Verlust

Nokia konnte zwischen Juli und September 106,6 Millionen Handys verkaufen - allerdings nur 16,8 Millionen Smartphones. Bitter: es fiel ein Verlust von 68 Millionen Euro an.

20.10.2011, 13:27 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Mit Spannung blickt die Mobilfunk-Branche auf die kommende Woche und auf das, was der einst unangefochtene Handy-Weltmarktführer Nokia auf seiner Hausmesse "Nokia World" der Weltöffentlichkeit präsentieren wird. Es gilt als offenes Geheimnis, dass endlich erste Geräte gezeigt werden, die auf Basis von Microsofts Betriebssystem Windows Phone laufen. Damit will Nokia auf dem Smartphone-Markt neu durchstarten, nachdem die Finnen mit ihrem bisher favorisierten OS, Symbian, kontinuierlich Marktanteile einbüßen mussten. Doch bevor in der britischen Hauptstadt ein Produktfeuerwerk gezündet wird, legte Nokia am Donnerstag seine neuesten Quartalszahlen vor. Die Kernbotschaft: es werden wieder mehr Handys verkauft. Ein Grund zum Jubeln ist das aber nicht. Denn es gibt weiterhin viel zu tun.

Mehr Handys verkauft aber tief in den roten Zahlen

Auch wenn die Zahl der verkauften Handys verglichen mit dem zweiten Quartal des laufenden Jahres von 88,5 auf 106,6 Millionen Stück zulegte, sackte der Endgeräte-Absatz verglichen mit dem dritten Quartal des Vorjahres um 3 Prozent ab. Gleichwohl gilt: mit Ausnahme der Märkte in Nord- und Lateinamerika haben Nokias Maßnahmen zur Verbesserung des Vertriebs durchaus gegriffen.

In Europa wurden zwischen Juli und September dieses Jahres 20,7 Millionen Telefone verkauft (+13 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2011), im Mittleren Osten und Afrika 26,0 Millionen (+27 Prozent), in China 15,9 Millionen (+41 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum 32,4 Millionen Stück (+32 Prozent). In Lateinamerika ging der Absatz um 11 Prozent auf 10,9 Millionen zurück, in den USA und Kanada fristet Nokia nach wie vor ein unbefriedigendes Schattendasein. Hier konnten gerade einmal rund 700.000 Handys verkauft werden, was gegenüber dem Vorquartal einem abermaligen Absatzschwund von 53 Prozent entspricht. Mit Windows Phone-Smartphones soll nicht nur auf dem amerikanischen Markt alles besser werden. Erste Geräte mit dem neuen OS sollen im Laufe des vierten Quartals in ausgewählten Ländern erhältlich sein.

Smartphone-Absatz stagniert

Und Besserung ist dringend notwendig. Denn auch wenn Nokia insgesamt mehr Handys absetzten konnte, legte praktisch nur der Verkauf von einfachen und in diesem Zusammenhang preiswerten Endgeräten zu - von 71,8 auf 89,8 Millionen Stück. Die Zahl der verkauften Smartphones stagnierte im dritten Quartal hingegen. Lag sie zwischen April und Juni bei 16,7 Millionen verkauften Einheiten, waren es ein Quartal später gerade einmal etwa 100.000 Stück mehr. Damit bewegte sich Nokia etwa auf dem Niveau von Apple. Der US-Konzern verkaufte im dritten Quartal 17,0 Millionen iPhones.

Auch finanziell bereitete Nokia das abgeschlossene Geschäftsquartal wenig Grund zur Freude. Im Berichtszeitraum mussten die Finnen einen Verlust in Höhe von 68 Millionen Euro verbuchen. Vor einem Jahr wurde noch ein Gewinn von 529 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz verringerte sich um 13 Prozent auf 8,98 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Nokia-Handys lag im dritten Quartal bei 51 Euro und damit 14 Euro unter dem Wert des Vorjahres. Ein Smartphone des Konzerns kostete im Schnitt 131 Euro und damit in etwa so viel wie vor einem Jahr.

Ende September hatte Nokia angekündigte, verschiedene Standorte zu schließen - unter anderem in Bonn.

(Hayo Lücke)

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