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Nokia sperrt VoIPer und Filesharer aus

Die Finnen präsentieren eine Lösung für Mobilfunk-Netzbetreiber, die es ermöglichen soll, die für Peer-to-Peer Services verfügbare Bandbreite zu beschränken.

27.11.2006, 14:29 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Der Mobilfunk-Hardwarehersteller Nokia tanzt auf allen Hochzeiten. Die Finnen machen sich zurzeit stark für WLAN und VoIP: Im vergangenen Juli starteten sie einen Pilottest für UMA (Unlicensed Mobile Access), den Standard zur unterbrechungsfreien Übergabe von Gesprächen zwischen WLAN und GSM. Das Ziel ist, eine bessere Basis für die neuen Dualmode-Handys zu haben, die mit beiden Funktechnologien ausgestattet sind, wie die Nokia E-Serie. Zudem beherrscht auch der Hosentaschen-Surfer Nokia 770 VoIP über WLAN. In den Mobilfunknetzen sollen Internet-Telefonie und Filesharing-Dienste allerdings keine Chance haben.
Netzwerk mit Tempomat
Dazu präsentiert Nokia jetzt eine Lösung für Mobilfunk-Netzbetreiber, die es ermöglichen soll, die für Peer-to-Peer Dienste verfügbare Bandbreite zu beschränken. Die Lösung wird zentralisiert im Netzwerk selbst integriert und soll die passenden Tools für eine bessere Kontrolle liefern. Die "Nokia Peer-to-Peer Traffic Control" soll das profitable Geschäft mit den mobilen Highspeed-Netzen sichern, den Gewinn maximieren und die Netzbetreiber davor bewahren, dass ihre Netze nur noch "bit pipes" für die Inhalte anderer Anbieter sind, wie es Roberto Loiola, Marketing- und Vertriebs-Vize bei Nokia, ausdrückt.
Peer-to-Peer als Konkurrenz
"Mit dem explosionsartigen Aufkommen erschwinglicher mobiler Datennetz-Zugänge müssen sich die Netzwerk-Betreiber nun der Herausforderung stellen, das Beste aus ihren Netzen herauszuholen, insbesondere wenn Peer-to-Peer Anwendungen den Datenverkehr erhöhen und mit ihren eigenen Services konkurrieren", so Loiola weiter. Mit der neuen Nokia-Lösung könne der Traffic hingegen analysiert und geregelt werden. So könne der Netzbetreiber den Datenverkehr bevorzugter Services und Partner priorisieren. Im Klartext heißt das: Wer mobil ins Internet geht, kann sich nicht etwa aussuchen, welche Dienste er nutzt. Vielmehr bestimmt der Netzbetreiber, ob ausreichend Bandbreite für Datenübertragungen oder VoIP zur Verfügung gestellt wird.

(Aleksandra Leon)

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