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Nokia Siemens Networks: Mehr Speed für HSPA+

Nokia Siemens Networks demonstriert auf dem Mobile World Congress in Barcelona einen HSPA+ Beschleuniger. Das neue Feature HSPA+ Multiflow erlaubt die gleichzeitige Verbindung eines Gerätes mit zwei Mobilfunkzellen.

21.02.2012, 14:31 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

LTE ist das neue Zauberwort der Mobilfunkbranche, dabei ist die bewährte HSPA+ Technologie noch nicht ganz ausgereizt. Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) kündigt nun mit HSPA+ Mulitflow ein neues Feature für HSPA+ Netze an, die auf Technik von NSN und Qualcomm basieren. Eine erste Live-Demonstration mit kommerzieller Netztechnik zeigt das Unternehmen auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in der kommenden Woche in Barcelona.

Paralleler Zugriff auf zwei Mobilfunkzellen

HSPA+ Multiflow erlaubt Netzbetreibern, Endgeräte gleichzeitig mit zwei Mobilfunk-Zellen zu verbinden. Hierzu muss das Gerät sich lediglich nahe an der Grenze der Zelle einer Mobilfunk-Basisstation befinden. Die Daten können den Empfänger dann auf zwei verschiedenen Wegen erreichen. Die Netzwerkressourcen werden laut NSN effizienter genutzt. Im Vergleich mit herkömmlichen HSPA+ Netzwerken verdoppele sich der Datendurchsatz, zudem verbessere sich die Reaktionszeit um bis zu 50 Prozent.

In Barcelona will Nokia Siemens Networks das neue HSPA+ Feature auf Basis einer kommerziellen Single RAN und mit Hilfe des Prototyps eines Qualcomm USB Dongles demonstrieren. Netzbetreiber können ihre bestehende HSPA+ Technik nach Unternehmensangaben per einfachem Software-Upgrade fit für HSPA+ Multiflow machen.

Kommerzieller Praxiseinsatz erst ab der zweiten Jahreshälfte 2013

Der Einsatz des HSPA+ Beschleunigers in der Praxis wird noch etwas auf sich warten lassen und ist erst mittelfristig möglich. Das neue Features soll voraussichtlich zur Mitte des Jahres standardisiert werden. Kommerziell will Nokia Siemens Networks HSPA+ Multiflow dann in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres anbieten.

Das finnisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen befindet sich derzeit allerdings in schwerem Fahrwasser. Bereits im November des vergangenen Jahres kündigte NSN die Streichung von 17.000 Jobs an. Ende Januar informierte Nokia Siemens Networks die Mitarbeiter in Deutschland per E-Mail über die Restrukturierung des Unternehmens. Fast alle deutschen Standorte sollen geschlossen und 2.900 Jobs gestrichen werden.

(Jörg Schamberg)

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