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Nokia Siemens für Abhörtechnik an Iran verklagt

Der finnisch-deutsche Telekommunikations-Konzern Nokia Siemens Networks muss sich womöglich bald vor einem US-Gericht für die Lieferung von Abhörtechnik in den Iran verantworten. Diese wurde auch zur Verfolgung von Regimegegnern eingesetzt.

17.08.2010, 16:39 Uhr (Quelle: DPA)
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Der finnisch-deutsche Telekom-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) muss sich in den USA vor Gericht wegen der Lieferung von Überwachungs-Technik an die Regierung im Iran verantworten. Wie NSN-Sprecherin Riitta Mård am Dienstag der Nachrichtenagentur STT in Helsinki bestätigte, ist eine entsprechende Klage vor einem US-Gericht eingereicht worden. Sie wollte zu Einzelheiten nicht Stellung beziehen, weil ihr Unternehmen den genauen Text noch nicht kenne.

Beihilfe zur Folter vorgeworfen

Die Anwaltskanzlei Moawad&Herischi in Chevy Chase im US-Bundesstaat Maryland erklärte zu der Klage, die Festnahme des Journalisten Isa Saharkhiz nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2009 sei das Resultat von Handy-Überwachung mit NSN-Ausrüstung. Der Oppositionelle sei danach gefoltert und auf andere Weise gequält worden.

Unter anderem hatte die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi NSN öffentlich kritisiert, weil mit der an Teheran gelieferten Ausrüstung Menschenrechtler und andere Personen im Iran überwacht werden könnten. Nokia Siemens Networks hat die seit längerem bekannten Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärt, es handele sich um weltweit angewandte Technik zur Kontrolle des Telefonverkehrs.

(Christian Wolf)

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