Quartalsbilanz

Nokia schreibt nach Alcatel-Übernahme rote Zahlen

Nokia fährt nach der milliardenschweren Übernahme von Alcatel Lucent rote Zahlen ein. Über 500 Millionen Euro Verlust werden für das erste Quartal verzeichnet. Nokia-Chef Suri hatte bereits im Februar vor Gegenwind gewarnt.

Melanie Zecher, 10.05.2016, 09:47 Uhr (Quelle: DPA)
Nokia Store© Nokia

Espoo – Der finnische Netzwerkausrüster Nokia ist nach der Alcatel-Lucent-Übernahme in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fiel im ersten Quartal ein Verlust von 513 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Dienstag im finnischen Espoo mitteilte.

Gegenwind im Geschäft ist keine Überraschung

Ein Jahr zuvor hatte der einstige Handy-Weltmarktführer noch 177 Millionen Euro Gewinn gemacht. Der Verlust liege auch am Zukauf, hieß es. Unter anderem sei eine höhere Steuerlast angefallen. Im ersten gemeinsamen Quartal nach dem Zukauf des französisch-amerikanischen Rivalen ging auf vergleichbarer Basis der Umsatz um neun Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Das war auch weniger Erlös, als Analysten erwartet hatten. Nokia-Chef Rajeev Suri verwies auf die schon Anfang Februar ausgesprochene Warnung, das Geschäft mit der Ausrüstung von Mobilfunknetzen werde vor allem zu Jahresanfang Gegenwind erfahren.

Die Aktionäre konnte auch eine im Vergleich zum schwachen Vorjahresquartal auf 6,5 Prozent gestiegene bereinigte operative Marge im Netzwerkgeschäft nicht besänftigen. Die Aktie gab in Paris am Vormittag um rund drei Prozent nach. Nokia rechnet im Gesamtjahr in der wichtigsten Sparte mit einem Umsatzrückgang, die vielbeachtete Marge soll über sieben Prozent liegen. Das sei ein verstörender Ausblick, der vieles offen lasse, kommentierte Bernstein-Analyst Pierre Ferragu.

Nokia plant starke Kostensenkungen

Nokia strebt mit der Übernahme von Alcatel-Lucent vor allem auch Kostensenkungen durch den Abbau von bis zu 15.000 der nun über 100.000 Arbeitsplätze an. So sollen bis 2018 jährlich über 900 Millionen Euro eingespart werden. Damit peilt Suri etwas mehr als als bisher. Das und die die überraschend stark gestiegene Bruttomarge vor Verwaltungs- und Vertriebskosten seien ermutigende Zeichen, schrieb Ferragu.

Nokia hatte nach eigenen Angaben am 4. Januar die Kontrolle über Alcatel-Lucent erhalten. Derzeit liegen über 90 Prozent der Aktien in den Händen der Finnen, die eine Steigerung auf mindestens 95 Prozent anstreben und dann die Minderheitsanteile aus dem Unternehmen drängen wollen ("Squeeze out"). Nach vorläufigen Berechnungen hatte der rein aktienbasierte Deal bisher einen Wert von rund 11,6 Milliarden Euro.

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