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Nokia schließt 2011 mit Milliarden-Verlust ab

Keine guten Nachrichten vom einst souveränen Weltmarktführer für Mobiltelefone. Das Jahr 2011 wurde mit einem hohen Verlust abgeschlossen und die Zahl der verkauften Telefone ist stark rückläufig. Lumia-Smartphones sollen die Wende bringen.

26.01.2012, 13:42 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Keine guten Nachrichten aus Finnland: der früher souveräne Handy-Weltmarktführer Nokia hat das Jahr 2011 mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Wie am Donnerstag anlässlich der neuesten Quartalszahlen bekannt wurde, musste der Konzern einen deutlichen Umsatzrückgang verkraften. Wurden 2010 noch 42,45 Milliarden Euro Umsatz verbucht, waren es 2011 nur noch 38,66 Milliarden Euro. Der Jahresverlust erreichte 1,07 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 2,07 Milliarden Euro im Jahr 2010.

Handyabsatz bricht ein

Wenig erfreulich ist zudem ein Blick auf die Verkaufszahlen der abgesetzten Handys und Smartphones. Zwar konnte Nokia im vierten Quartal gut eine Million Lumia-Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone absetzen, insgesamt ist der Telefon-Absatz verglichen mit dem Vorjahr aber rückläufig. Zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres wurden 113,5 Millionen Mobiltelefone verkauft, ein Jahr zuvor waren es noch 123,7 Millionen Geräte. Die Zahl der verkauften Smartphones ging um 31 Prozent auf 19,6 Millionen zurück, jene normaler Handys um 1 Prozent auf 93,9 Millionen.

Schwere Einschnitte beim Handyabsatz musste Nokia vor allem in Europa (-24 Prozent), China (-33 Prozent) und Nordamerika (-81 Prozent) wegstecken. Die meisten Telefone wurden im abgeschlossenen Quartal mit 34,7 Millionen Einheiten im asiatisch-pazifischen Raum verkauft, gefolgt vom Mittleren Osten und Afrika mit 25,9 Millionen Telefonen. Europa kommt nur noch auf 25,3 Millionen verkaufte Geräte. Außerdem fließen 14,7 Millionen in China verkaufte Telefone in die Statistik ein und 12,4 Millionen Einheiten, die in Lateinamerika an den Mann gebracht wurden. Ein Nackenschlag waren einmal mehr die Absatzzahlen aus den USA und Kanada: gerade einmal 500.000 Telefone verkaufte Nokia auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Angriff in Nordamerika mit Lumia-Smartphones

Insgesamt wurden Nokia im vergangenen Jahr 417,1 Millionen Telefone abgenommen - nach 452,9 Millionen im Jahr 2010. Die meisten davon im asiatisch-pazifischen Raum (118,9 Millionen), im Mittleren Osten und Afrika (94,6 Millionen) sowie Europa (87,8 Millionen). China (65,8 Millionen) und Lateinamerika (46,1 Millionen) spielen ebenfalls noch eine wichtige Rolle, Nordamerika (3,9 Millionen) hingegen kaum. Hier möchte Nokia mit neuen Smartphones wie dem Lumia 900, Lumia 800 und Lumia 710 aber möglichst schnell Marktanteile zurückgewinnen. Die Zahl der verkauften Smartphones ging 2011 konzernweit um 25 Prozent auf 77,3 Millionen zurück.

"Schon heute mischen einige starke Teilnehmer auf dem Schlachtfeld der Smartphone-Betriebssysteme mit. Mit unseren Lumia-Telefonen haben wir gezeigt, dass wir dazugehören", sagte Nokia-Chef Stephen Elop am Donnerstag am Firmensitz in Espoo. Ziel sei es, Lumia-Telefone Schritt für Schritt in immer mehr Ländern einzuführen. Für das erste Halbjahr 2012 sei das unter anderem auch in China und Lateinamerika geplant. Und trotzdem hinkt Nokia der Konkurrenz in Sachen Smartphone-Absatz deutlich hinterher. Eine Million verkauften Lumia-Telefonen im Weihnachtsquartal stehen unter anderem 37 Millionen verkaufte iPhones gegenüber. Auch wenn Elop "nach vorn marschieren" will, ist Nokias Weg in eine erfolgreiche Smartphone-Zukunft noch lang.

(Hayo Lücke)

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