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Nokia präsentiert Android-Smartphones X, X+ und XL

Nokia wird in Zukunft auch Smartphones auf Basis von Android anbieten, dabei beliebte Google-Dienste allerdings durch eigene Angebote aus dem eigenen Hause oder von Microsoft ersetzen.

24.02.2014, 10:08 Uhr
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Nokia hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekannt gegeben, in Zukunft auch Smartphones auf Basis des Google-Betriebssystems Android zur Verfügung zu stellen. Allerdings wurde die Oberfläche extrem angepasst und erinnert mit vielen rechteckigen Kacheln stark an jenes Menü, das man schon von den auf Windows Phone basierenden Lumia-Smartphones kennt. Wichtig auch: Googles Dienste für Karten, E-Mails und Musik werden auf den Smartphones der neuen X-Familie durch Angebote von Nokia und dem künftigen Mutterkonzern Microsoft ersetzt. Etwa durch Skype, den Cloudspeicher Onedrive oder das Musikangebot MixRadio. Zum Start präsentierte Nokia gleich drei Smartphones seiner neuen X-Reihe: das Nokia X, das Nokia X+ und das Nokia XL.

Das Nokia X und das Nokia X+

Das Nokia X ist mit einem 4 Zoll großen Touchscreen ausgestattet, der eine eher unterdurchschnittliche Auflösung von 800 x 480 Pixeln liefert. Das Telefon misst 116 x 63 x 10 Millimeter und wiegt 129 Gramm. Auf der Rückseite steht eine 3-Megapixel-Kamera ohne Fotolicht zur Verfügung, an Schnittstellen sind USB 2.0, Bluetooth 3.0 und WLAN nutzbar. Mobile Internetverbindungen sind in GSM- und UMTS-Netzen möglich, wobei die maximal mögliche Downloadgeschwindigkeit bei 7,2 Megabit pro Sekunde liegt. LTE wird nicht unterstützt.

Für den Antrieb des Telefons sorgt ein mit 1 Gigahertz getakteter Dual-Core Prozessor von Qualcomm. Der Arbeitsspeicher fällt mit 512 Megabyte ziemlich gering aus, ebenso der Speicherplatz mit 4 Gigabyte. Allerdings ist es möglich, eine MicroSD-Karte mit bis zu 32 Gigabyte zur Speichererweiterung in das Gerät zu schieben. Auf Wunsch lässt sich das Gerät mit zwei SIM-Karten betreiben. Der mitgelieferte Akku hat eine Kapazität von 1.500 mAh und soll Energie für bis zu 15 Tage liefern. Kostenpunkt für das Nokia X: circa 100 Euro. Das Nokia X+ kostet nur wenige Euro mehr und liefert mit 768 Megabyte etwas mehr Arbeitsspeicher. Beide Modelle werden in verschiedenen knallbunten Farben zu haben sein.

Das Nokia XL

Wer einen größeren Touchscreen wünscht, kann sich für das Nokia XL entscheiden, das auf Wunsch ebenfalls mit zwei SIM-Karten genutzt werden kann. Es misst 141 x 78 x 11 Millimeter, ist 190 Gramm schwer und verfügt über einen 5 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Auch dieses Gerät ist mit USB 2.0-Schnittstelle, Bluetooth 3.0 und WLAN-Unterstützung versehen worden, lässt sich aber ebenfalls nicht in LTE-Netzen verwenden. Downloads in UMTS-Netzen sind mit maximal 7,2 Megabit pro Sekunde möglich. Der 2.000 mAh starke Akku verspricht bis zu 30 Tage Bereitschaftszeit, 37 Stunden ununterbrochenen Musikgenuss bzw. sechs Stunden WLAN-Surfen.

Die weitere Ausstattung ist identisch mit jener des Nokia X+: Dual-Core Prozessor mit 1 Gigahertz Taktrate, 768 Megabyte Arbeitsspeicher, 4 Gigabyte Flash-Speicher – erweiterbar per MicroSD um bis zu 32 Gigabyte. Die integrierte Kamera liefert jedoch eine bessere Auflösung von 5 Megapixeln und ist mit Autofokus und Fotolicht ausgestattet. Darüber hinaus wurde eine zweite Kamera in die Front integriert, um zum Beispiel über die vorinstallierte Skype-App Videotelefonate führen zu können. Auch das Nokia XL wird in verschiedenen Farben zu haben sein – für etwa 130 Euro.

Das Nokia X soll schon in Kürze zu haben sein, das Nokia X+ und das Nokia XL werden zu Beginn des zweiten Quartals folgen, verspricht der Hersteller. Primär wurden die neuen Android-Telefone für Entwicklungsländer produziert, sollen aber auch in Europa zu haben sein. Bei Android gibt es zum einen die offene Software-Plattform, die jeder Hersteller nach Belieben weiterentwickeln kann. Diesen Weg wählte zum Beispiel bereits der Online-Händler Amazon für seine Kindle-Tablets. Hersteller wie Samsung, Sony oder LG nutzen hingegen die Android-Version mit Google-Diensten für die es strikte Vorgaben gibt. "Wir sehen die X-Modelle als Ergänzung der Lumia-Plattform im günstigen Bereich", sagte der Chef der Nokia-Handysparte Stephen Elop. Die Lumia-Serie stehe weiter im Mittelpunkt von Nokias Smartphone-Strategie. "Dort werden wir weiterhin unsere Innovationen einführen."

(Hayo Lücke)

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