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Nokia: Neue Geräte im Kampf um Marktanteile

Der Weltmarktführer will sich mit neuen Geräten wie dem Linux-Smartphone N900, den Multimedia-Handys der X-Serie und dem Booklet 3G gegen die stark aufholende Konkurrenz wehren.

04.09.2009, 11:16 Uhr (Quelle: DPA)
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Nokia, lange Zeit die unangefochtene Nummer eins im Handy-Markt, kämpft mit allen Kräften um die zuletzt sinkenden Marktanteile. Zur wichtigsten Waffe im Kampf um die Vorherrschaft auf dem Handymarkt werden die multifunktionalen High-Tech-Handys, sogenannte Smartphones. Das gilt auch in der Wirtschaftskrise, in der der Markt in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt schrumpfen wird.
Wettbewerber holen auf
Der Branchenprimus steht unter Zugzwang: Quartal für Quartal gaben die Finnen zuletzt Marktanteile an die Konkurrenz ab. Im hart umkämpften Segment der immer mehr an Minicomputer erinnernden Smartphones holen die Wettbewerber auf. Zwar half die schiere Masse den Finnen nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner, im zweiten Quartal noch rund 45 Prozent der verkauften Super-Handys für sich zu verbuchen. Was die Wachstumsraten angeht, gibt Apple mit seinem iPhone aber nach wie vor den Ton an. Nur drei Tage nach dem Verkaufsstart des neuesten Modells iPhone 3GS waren die Amerikaner schon eine Millionen der Geräte losgeworden. Das Nokia-Flaggschiff N97 wurde insgesamt bislang erst zwei Million Mal verkauft.
"Wir hatten unsere Hochs und Tiefs. Das ist das Leben", suchte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo am Mittwoch auf der hauseigenen Messe Nokia World in Stuttgart die Probleme zu relativieren. Nach wie vor sei Nokia der größte Handy-Hersteller der Welt. Und das soll dank einer Modelloffensive auch so bleiben.
Neuer Versuch mit dem N97 mini
Das N97 mini klingt wie eine leise Antwort auf Apples iPhone 3GS. Gedacht ist es für Menschen, die das mobile Internet vor allem für Online-Netzwerke nutzen. Mit der Plattform Facebook starten die Finnen dann auch parallel eine neue Kooperation. Die Nachfrage nach Multimedia-Diensten ankurbeln soll die neugestartete X-Serie, aus der Nokia in Stuttgart zwei Geräte präsentierte. Sie bieten extra viel Speicher für Musik-Downloads und werden schon von aus Haus mit dem Musikdienst Comes with Music vermarktet.
Booklet 3G zu teuer
Der mit Spannung erwartete Preis für das bereits angekündigte Mini-Notebook Booklet 3G klingt allerdings kaum wie eine Kampfansage an die Platzhirsche Dell oder Asus. 575 Euro soll der portable Computer kosten.
Gartner-Analystin Carolina Milanesi meldet bereits Zweifel an: Es bleibe abzuwarten, wie der Preis am Markt ankomme. Ohne hohe Subventionen der Netzbetreiber dürften sich wohl nur wenige Nutzer für das zwei Zentimeter flache Notebook mit 10-Zoll-Bildschirm entscheiden. Die Akku-Laufzeit von 12 Stunden ist für Milanesi jedenfalls kein Alleinstellungsmerkmal. Andere Hersteller wie Samsung schickten bereits Geräte mit neun Stunden Akku-Lebenszeit ins Rennen.
N900 wird gefeiert
Interessant könnte allerdings das neue Smartphone N900 sein. Es ist mit der Linux-Software Maemo ausgestattet, die erstmals auch Telefonie zulässt. Erste Linux-kompatible Anwendungen sollen noch bis Ende des Jahres in Nokias Ovi Store bereitstehen. Manche Branchenbeobachter feiern das N900 bereits als Antwort auf das iPhone. Gartner-Analystin Milanesi hat da Zweifel: Möglicherweise werde erst der bereits angekündigte nächste Schritt von Maemo die Plattform soweit bringen, mit dem iPhone zu konkurrieren. "Wir warten immer noch auf etwas Vergleichbares zum iPhone."

(Michael Posdziech)

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