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Nokia N810: Alles, aber kein klassisches Handy

Nokia hat einen neuen Taschen-Computer vorgestellt, der als Multimediaplayer, mobile Surfstation, VoIP-Telefon und Navigationssystem genutzt werden kann. Klassische Handystandards wie GSM oder UMTS werden hingegen nicht unterstützt.

18.10.2007, 12:51 Uhr
Internettelefonie© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Kleine Taschencomputer kommen immer mehr in Mode. Marktführer Nokia geht voraussichtlich ab Mitte November mit einem neuen Handheld der N-Serie an den Start. Das Modell mit der Produktbezeichnung N810, das am Mittwoch in den USA erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, präsentiert sich als wahrer Alleskönner. Es integriert unter anderem Musicplayer, Navigationssystem, mobile Surfstation und VoIP-Telefon in einem Gerät.
Vollständige Tastatur
Auf den ersten Blick wirkt das N810 eher wie ein klassischer PDA. Wenn die vollständige QWERTZ-Tastatur hinter dem Display hervor geschoben wird, können Nutzer aber erkennen, dass in dem 72 Millimeter langen, 128 Millimeter breiten und 14 Millimeter schlanken Multimedia-Gerät weit mehr steckt. Das ist gleichzeitig auch die nennenswerteste Änderung gegenüber dem Vorgängermodell N800. Über einen Metallbügel lässt sich das mobile Taschenbüro leicht schräg aufstellen, um die Tastatur möglichst komfortabel bedienen zu können.
Neben der Bedienung über die Tastatur kann durch das Menü auch über den 4,13 Zoll großen Touchscreen navigiert werden. Es kann bei einer Auflösung von 800x480 Bildpunkten immerhin 65.000 Farben darstellen. Als Herzstück kommt ein Prozessor zum Einsatz, der mit 400 Megahertz getaktet ist. An Arbeitsspeicher hat Nokia seinem neuen N-Series-Modell einen 128 Megabyte-Baustein spendiert, der Flash-Speicher fällt mit 256 Megabyte recht klein aus. Über zusätzliche Karten lässt sich der Speicherplatz aber erweitern.
Linux-System
Als Betriebssystem vertraut Nokia, wie schon beim Vorgängermodell, nicht etwa auf Windows, sondern auf ein System, das auf Linux basiert. System-Updates sind jederzeit über das Internet möglich, die Installation neuer Programme soll nach Herstellerangaben einfach von der Hand gehen. An technischen Extras hat das N810 verschiedene Funktionen zu bieten. So steht zum Beispiel ein umfangreicher Mediaplayer zur Verfügung, der nicht nur alle gängigen Audioformate unterstützt, sondern auch Videos abspielt. Ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss erlaubt die Nutzung von hochwertigen Stereo-Kopfhörern. Auf ein Radio müssen Nutzer hingegen verzichten.
Fit for VoIP
Ebenfalls ist der kleine Linux-Computer nicht als klassisches Handy zu verstehen. Standards wie GSM oder UMTS werden nämlich nicht unterstützt. Trotzdem ist das N810 als Telefon nutzbar. Benötigt wird dafür aber ein WLAN-Hotspot. Dann sind mit dem integrierten Voice over IP-Client Telefonate über das Internet möglich. Unterstützt werden die WLAN-Standards 802.11b/g. Für die Datenübertragung stehen darüber hinaus eine USB 2.0- und eine Bluetooth-Schnittstelle bereit. Für Videotelefonate ist eine VGA-Kamera integriert.
Wer häufig unterwegs ist, wird darüber hinaus Gefallen am integrierten GPS-Empfänger finden. Mit dem installierten Kartenmaterial lässt sich der kleine Nokia-Computer als mobiles Navigationssystem nutzen. Das vorinstallierte Kartenmaterial ist nach Nokia-Angaben bereits mit diversen Sonderzielen, so genannten points of interests, ausgestattet.
Nicht gerade günstig
Voraussichtlich ab Mitte November wird das N810 auch in Deutschland erhältlich sein. Nokia geht derzeit von einem Verkaufspreis in Höhe von 449 Euro aus. Die Standbyzeit liegt nach Herstellerangaben bei bis zu 14 Tagen, bei aktiviertem WLAN lässt sich der kleine Rechner bis zu vier Stunden nutzen. Im Lieferumfang sind ein Stereo-Headset, ein PKW-Haltesystem und ein Datenkabel enthalten.

(Hayo Lücke)

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