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Nokia gliedert Symbian zu Accenture aus

Update: Nokia macht Ernst: Entwicklung, Pflege und Support der Symbian-Software werden zum Outsourcing-Dienstleister Accenture ausgegliedert. Betroffen sind 3.000 Mitarbeiter. Mehr noch: 4.000 Jobs sollen komplett wegfallen.

27.04.2011, 11:28 Uhr (Quelle: DPA)
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Nokia greift im Zuge seiner Neuausrichtung hart durch und streicht bis Ende 2012 weltweit 4.000 seiner insgesamt 65.000 Jobs. Das gab der weltweit führende Handyhersteller am Mittwoch im finnischen Espoo bekannt. In erster Linie sei Finnland von dem Stellenabbau betroffen. Allein am Heimatmarkt sollen 1.400 Jobs wegfallen.

Accenture übernimmt Symbian

Doch damit nicht genug: Nokia kündigte darüber hinaus an, Entwicklung, Pflege und Support und seines veralteten Symbian-Betriebssystems an Accenture auszugliedern. Das habe zur Folge, dass insgesamt 3.000 Beschäftigte von dem irischen Outsourcing-Dienstleister übernommen werden. Gespräche mit Betriebsräten vor Ort seien am Mittwoch aufgenommen worden, um einvernehmliche Lösungen für alle betroffenen Mitarbeiter zu finden, heißt es seitens Nokia. Um Kosten zu senken sollen die Standorte für Forschung und Entwicklung zusammengelegt werden.

Neueinstellungen von Windows-Experten geplant

Konzernchef Stephen Elop nannte die getroffenen Maßnahmen am Mittwoch eine "schwierige Realität", die aber notwendig sei, um Nokia auf die bevorstehenden Aufgaben auszurichten. Im Rahmen seiner Neuausrichtung will der Handy-Produzent in Zukunft verstärkt mit Microsoft zusammenarbeiten und neue Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 ausstatten. In diesem Zusammenhang plant Nokia auch Neueinstellungen. Erste Geräte werden allerdings frühestens Ende 2011, eher Anfang 2012 erwartet.

Die beiden Standorte von Nokia in Deutschland für Forschung und Produktentwicklung in Ulm und Berlin seien von den Kürzungen nicht betroffen, sagte ein Firmensprecher. "Ulm wird eine ganz wichtige Rolle spielen, das Internet für die nächste Milliarde Menschen zur Verfügung zu stellen," sagte Benjamin Lampe, Leiter der Unternehmenskommunikation von Nokia Deutschland der Nachrichtenagentur dpa. "Berlin bleibt wichtig im Bereich ortsbasierte Dienste. Wir erwarten, dass beide Standorte weiter wachsen."

Von den Kürzungen betroffen ist hingegen das Forschungs- und Entwicklungszentrum im rumänischen Cluj (Klausenburg). Bis zum Herbst sollen alle 120 Beschäftigten entlassen werden, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax. Im Nokia-Werk in Jucu bei Cluj, wohin der finnische Konzern im Sommer 2008 die Produktion aus dem geschlossenen Werk in Bochum verlagert hatte, seien keine Änderungen geplant.

(Hayo Lücke)

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