News

Nokia-Chef schließt Wechsel zu Android aus

Bei der jährlichen Generalversammlung am Dienstag in Helsinki äußerten einige Anteilseigner ihrem Unmut über den Kurs von Nokia-Chef Stephen Elop.

08.05.2013, 15:31 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Bei der jährlichen Generalversammlung am Dienstag in Helsinki äußerten einige Anteilseigner ihrem Unmut über Nokia-Chef Stephen Elop. "Sie sind ein netter Kerl […] aber das reicht nicht", so Hannu Virtanen laut Nachrichtenagentur "Reuters". "Ist Ihnen klar, dass es die Ergebnisse sind, die zählen? Der Weg ins Verderben ist mit guten Absichten gepflastert. Schlagen Sie bitte einen anderen Weg ein."

Die Zeit ist abgelaufen

Stephen Elop hatte mit seinem Amtsantritt im September 2010 bereits eine neue Richtung vorgegeben. Nokia trennte sich von den mobilen Betriebssystemen Symbian und MeeGo auf seinen Smartphones und setzt seitdem Windows Phone von Microsoft ein. Für die Umsetzung des Systemwechsels wurden damals zwei Jahre eingeplant, diese Zeit ist jetzt abgelaufen. Einige Investoren haben nun zum Ausdruck gebracht, dass auch ihre Geduld zu Ende sei.

Dabei ist nicht klar, wie gut oder schlecht Nokia tatsächlich dasteht. Die Marktanteile von Windows Phone steigen, liegen weltweit aber immer noch im einstelligen Prozentbereich. Andere Anbieter von Smartphones mit Windows Phone, Samsung oder HTC, setzen jedoch hauptsächlich auf Android und verdienen ihr Geld auch in diesem Bereich. Nokia setzt dagegen allein auf Windows Phone und auf Featurephones.

Kein Plan B

Elop betonte ein weiteres Mal, dass es keine Alternative zu den Lumia-Smartphones mit Windows Phone und somit auch keinen Plan B gebe. Einen Wechsel zu Android schloss er aus, indem er Googles Betriebssystem explizit als Konkurrenz bezeichnete.

Der ehemalige Microsoft-Manager Elop hat den Konzern seit seinem Amtantritt erheblich umgebaut. Trotz sinkender Marktanteile von Nokiageräten blieben jedoch Umsatz und Gewinn immer noch über den Erwartungen. Dazu hat auch Nokias traditionell starker Absatz von Featurephones in Entwicklungs- und Schwellenländern beigetragen.

Aber auch dieser Bereich gerät durch günstige Android-Smartphones immer weiter unter Druck. In Zukunft werden die Umsätze und Gewinne mit den Lumia-Smartphones erwirtschaftet werden müssen. Die Anleger fiebern bereits den nächsten Quartalszahlen entgegen.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang