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Nokia-Chef: N9 ist letztes Gerät mit MeeGo

Der finnische Hersteller Nokia wird laut Chef Stephen Elop nach dem N9 kein weiteres Gerät mehr mit dem eigenen Betriebssystem MeeGo ausstatten. Nokia hofft stattdessen auf Erfolg mit Windows Phone von Microsoft.

27.06.2011, 15:45 Uhr
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Das in der vergangenen Woche vorgestellte neue Nokia Smartphone N9 wird das letzte Gerät des finnischen Handyherstellers sein, das auf dem mit Intel entwickelten Betriebssystem MeeGo basiert. Eine Rückkehr zu MeeGo schloss Nokia-Chef Stephen Elop laut eines Berichts der finnischen Tageszeitung "Helsingin Sanomat" definitiv aus, selbst wenn das N9 ein Erfolg wird. Das neue Smartphone hatte Nokia am vergangenen Dienstag in Singapur präsentiert, der Verkaufsstart soll im Herbst erfolgen, rund ein Jahr später als ursprünglich geplant. Elop setzt zukünftig auf das Microsoft Handy-Betriebssystem Windows Phone.

Nokia erhofft sich Erfolg mit Windows Phone

"Ich bin sicher, dass das Windows Phone System ein großer Erfolg werden wird", zeigt sich Elop von der Anfang des Jahres verkündeten Kooperation von Nokia mit Microsoft überzeugt. In der vergangenen Woche hatte der ungarische IT-Blog "Technet" ein angeblich heimlich gefilmtes Video des ersten Nokia-Handys mit Windows Phone Betriebssystem veröffentlicht.

In den letzten vier Monaten hätten die Finnen laut Elop große Fortschritte bei der Verbesserung der internen Arbeitsabläufe erzielt. Die Entwicklung und Realisierung von neuen und besseren Handys könne nun schneller erfolgen. Das N9 bringe einen Durchbruch hinsichtlich Bedienbarkeit, Design und verwendeter Materialien, die auch für kommende Modelle weiterentwickelt würden. Dank der Qt-Umgebung sind Anwendungen mit drei der von Nokia genutzten Plattformen kompatibel, allerdings nicht mit Windows Phone.

Nokia will weiter eigene Software entwickeln

Elop betonte, dass Nokia nicht in einen bloßen Gerätehersteller und Microsoft-Subunternehmer umgewandelt werde. "Nokia wird seine Forschung und Entwicklung sowohl im Bereich Software als auch bei Diensten und Ausstattungsdesign fortführen", erläutert der Nokia-Chef. Die Windows-Smartphones der Finnen sollen von neuen Entwicklungen aus dem eigenen Labor profitieren. Nokia steht unter Erfolgsdruck, denn die Konkurrenz von Apple, Google und Co. kann sich stetig neue Marktanteile sichern. In Finnland wird Nokia bis zum Jahresende 1.400 Stellen streichen.

(Jörg Schamberg)

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