Innovation

Nokia bietet 5G-Technik "Network-Slicing" für 4G an

Bei der Technik des "Network Slicing" wird das Mobilfunknetz in Segmente unterteilt, um Kapazitäten bedarfsgerecht an die Anwender zu verteilen. Nokia macht diese für 5G vorgesehene Innovation auch in bestehenden LTE-Netzen verfügbar.

Melanie Zecher, 26.02.2020, 11:18 Uhr (Quelle: DPA)
5G© Natalia Merzlyakova / Fotolia.com

Der finnische Netzausrüster Nokia wird eine wichtige technische Innovation der fünften Mobilfunkgeneration (5G) auch in LTE-Netzen (4G) bereitstellen. Als erster Infrastruktur-Anbieter könne man nun das "Network Slicing" auch in 4G anbieten, teilte Nokia am Mittwoch in Espoo mit. Dies ermögliche den Betreibern, ihre Netzabdeckung für neue mobile Konnektivitätsdienste zu maximieren.

Was passiert beim "Network Slicing"?

Beim "Network Slicing" wird das Mobilfunknetz in spezialisierte Segmente unterteilt, um unterschiedlichste Anforderungen an Datenraten, Geschwindigkeiten und Kapazitäten erfüllen zu können. Die Schichten passen sich dabei jeweils an die Erfordernisse der Anwendungen an. Im Verkehr könnte die Technik beispielsweise den Passagieren eine Netzschicht mit hoher Bandbreite für das Streamen von Videos bereitstellen, während eine andere Schicht die Daten besonders reaktionsschnell liefert, um die Fahrfunktionen des Autos zu vernetzen.

Update bringt Technik in vorhandene Netze

Die Slicing-Technik war bislang eigentlich nur für reine 5G-Netzwerke (5G stand alone) vorgesehen, nicht für den üblichen Mischbetrieb von 4G und 5G. Nokia erklärte nun, man könne Netzwerk-Slicing nun über ein Softwareupdate auch in vorhandenen Netzen mit 4G und 5G NSA (not stand alone) aktivieren. Die Breitbandverbindung in virtuellen Schichten funktioniere auf der gesamten Strecke vom Kernnetz, den Transportnetzen über die Funkschnittstelle ("New Radio") bis hin zum 5G-Endgerät. Pilotkunden sind der österreichische Mobilfunkprovider A1 und der skandinavische Anbieter Telia.

Der Markt der Mobilfunkausrüster wird weltweit vom umstrittenen chinesischen Konzern Huwaei mit großem Vorsprung angeführt, der bei 5G auch die Technologie-Führerschaft für sich reklamiert. Dieser Anspruch wird aber von Nokia und Ericsson regelmäßig in Frage gestellt. Die beiden europäischen Anbieter liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei vor Samsung (Südkorea) und ZTE (China).

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