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Nicht ganz perfekter Start von Debian Sarge

Die neue Debian Linux Version 3.1 "Sarge" kommt mit verbessertem Installer und über 9000 neuen Software-Paketen. Ein kleiner Fehler, der Sicherheitsupdates verhindert, konnte sich dennoch einschleichen.

09.06.2005, 13:20 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Nach fast dreijähriger Entwicklungszeit ist es nun soweit: das Debian-Projekt hat die neueste Version seiner Linux-Distribution veröffentlicht und zum Download freigegeben. Debian GNU/Linux Version 3.1, auch "Sarge" genannt, ist ein freies Linux-Betriebssystem und unterstützt insgesamt elf Prozessor-Architekturen. Ein kleiner Bug konnte sich aber dennoch in die Release-Images einschleichen.
Verbesserter Installer
Im Gegensatz zum Vorgänger "Woody" enthält die Distribution über 9000 neue Software-Pakete, 75 Prozent der bisherigen Pakete sollen aktualisiert worden sein. Die Installation kann von verschiedenen Medien wie DVDs, CDs, USB-Sticks oder über das Netzwerk erfolgen und wird mit Hilfe des Debian-Installers durchgeführt, der nun eine verbesserte Hardware-Erkennung haben soll und auch die grafische Umgebung für viele Grafikkarten konfigurieren kann.
Stabilität ist wichtig
Das Debian eher als konservative Linux-Distribution gilt, die großen Wert auf Stabilität und Sicherheit legt, zeigt sich an den mitgelieferten Software-Paketen. GNOME 2.8 und KDE 3.3 stehen als grafische Benutzeroberflächen nicht in den neuesten Ausgaben zur Verfügung, für die Intel x86-Architektur wird standardmäßig der Kernel 2.4.27 verwendet. Ein aktueller 2.8.6-Kernel ist allerdings auch verfügbar. Insgesamt zeigt sich die Distribution mehr dem Desktop zugewandt und enthält zum ersten Mal mit OpenOffice 1.1.3 auch ein Office-Paket.
Ein neuer Service, "debian-volatile", soll beim einfachen Aktualisieren von Dateien helfen, die sich schnell ändernde Informationen enthalten. Als Beispiel gibt Debian hierfür die Signaturen-Listen von Virenscannern oder die Pattern-Sets für Spam-Filter an. Der Anwender soll durch den Dienst seine Programme auf den aktuellen Stand bringen können, ohne die Risiken einzugehen, die mit hochaktuellen oder experimentellen Paketen verbunden sind. Zur Paketverwaltung wurde in Sarge von "dselect" auf "aptitude" umgestellt, das Abhängigkeiten besser auflösen soll als der Vorgänger.
Bug verhindert Updates
Ein kleiner Fehler geriet aber dennoch in die Release-Version, die bereits am Montag zum Download freigegeben worden war. Durch eine falsche Zeile in einer Konfigurationsdatei des Paketmanagers wurden Sicherheitupdates unmöglich gemacht. Wer schon installiert hat kann den Fehler auch einfach selbst beheben. Dazu muss in der Datei "/etc/apt/sources.list" die Zeile mit dem Verweis auf "http://security.debian.org/testing/updates" von "testing" auf "stable" geändert und das Kommentarzeichen "#" entfernt werden. Inzwischen gibt es ein erstes Update. In der Version 3.1_r0a ist der Fehler behoben.
Debian kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden und besteht abhängig von der Prozessor-Architektur aus dreizehn bis fünfzehn CDs, eine DVD-Version wird ebenfalls erhältlich sein. Händler werden "Sarge" in einigen Tagen anbieten und sind angehalten, noch auf die fehlerbereinigte Version zu warten. Benutzer der Vorgängerversion "Woody" können mittels "aptitude" auf die neue Version updaten, weitere Hinweise enthalten die Release-Notes.

(Christopher Bach)

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