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NFC auf iPhone 6: PayPal verspottet Apple Pay

"Unser Geld soll sicherer sein als unsere Selfies". Mit diesem Seitenhieb auf den jüngsten Nacktfoto-Hack bei Apple verhöhnt Paypal Medien zufolge den Konkurrenten, der jetzt massiv auf dem Bezahlmarkt drängt. Dahinter könnte auch Sorge stecken - schließlich ist der Tanker aus Cupertino ein mächtiger Konkurrent im Zahlgeschäft.

17.09.2014, 18:06 Uhr
Apple© Apple

Der Markt ist eng, die Bandagen sind hart: Kaum hat Apple seine ersten Schritte in die Welt der Bezahldienste mit Near Field Communication (NFC) auf Kassenschlager iPhone 6 unternommen, das derzeit allerdings nur mit Apple Pay funktioniert, da hagelt es schon Häme von Platzhirsch PayPal: Wie das Blog Apple Insider berichtet, soll das Unternehmen eine ganze Seite in den New York Times gebucht haben, um die Kunden vor Sicherheitslücken des Software-Riesen zu warnen. Diese können bekanntlich verheerende Auswirkungen haben, wenn Geld im Spiel ist.

PayPal nutzt Promi-Nacktfoto-Debakel

Paypal spielt damit auf die jüngste Sicherheits-Leck-Debatte an, die Apple viel Wirbel einbrachte. Anfang September hatten sich Hacker Zutritt zur iCloud verschafft und Promi-Nacktbilder von Stars wie der 24jährigen Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence an die Öffentlichkeit gezerrt. Des einen Eule ist des anderen Nachtigall: PayPal bohrt genussvoll in der Wunde mit der Anzeige, die dem Blog zufolge mit den Worten "Wir, das Volk, möchten, dass unser Geld sicherer ist als unsere Selfies" geschaltet worden ist.

Merkwürdig nur, dass PayPal andererseits auch mit Apple kooperiert: Das Subunternehmen "Braintree"soll Apple Insider zufolge Apple Pay mit seinem Entwickler-Paket v.zero SDK unterstützen. Das Software Developer Kit ermöglicht offenbar Verkäufern, verschiedene Bezahlmethoden ihrer Kunden zu akzeptieren, von der Kreditkarte bis zur Digitalwährung Bitcoin.

NFC zunächst nur für Apple Pay

Als erstes Apple-Smartphone bringt das iPhone 6 ein NFC-Modul mit. Das berichtet das Technik-Blog "The Verge". Doch wie bei dem Hersteller aus Cupertino üblich, lässt er seine Schafe zunächst einmal auf den hauseigenen Weiden grasen: Apple hat die NFC-Funktion an seinen eigenen Bezahldienst gebunden.

Andere Dienste wie Verbinden mit Bluetooth-Lautsprechern oder Austausch von Bildern mit anderen Smartphones wie Geräte mit Windows Phone oder Googles Android bieten, bleiben draußen – jedenfalls vorerst. Auch andere Bezahldienste dürfen bis auf weiteres nicht mitspielen.

Ähnlich verfuhr der Konzern "The Verge" zufolge allerdings auch mit dem Fingerabdruckscanner TouchID. Nach anfänglicher Zurückhaltung hat Apple den Scanner auch für Drittanbieter freigegeben, die ihn zur Identifizierung nutzen können.

(Dorothee Monreal)

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