Rechte gestärkt

Neues Urheberrecht: Keine Strafe mehr für Nutzer bei Uploads

Die Einigung über eine Reform des Urheberrechts bringt laut EU-Kommission auch eine Stärkung der Rechte von Internet-Nutzern. Plattformen müssten künftig vor dem Upload von Inhalten prüfen, ob Urheberrechte verletzt werden.

Jörg Schamberg, 14.02.2019, 14:28 Uhr (Quelle: DPA)
Internet Geschwindigkeit© Warakorn / Fotolia.com

Brüssel - Das neue Urheberrecht stärkt aus Sicht der EU-Kommission auch die Rechte normaler Internet-Nutzer. "Sie können ohne Furcht vor Strafe hochladen", sagte Vizepräsident Andrus Ansip am Donnerstag in Brüssel. Denn nicht die Nutzer, sondern die Plattformen müssten auf die Einhaltung von Urheberrechten achten. Kritiker hatten dagegen gewarnt, das neue Regelwerk könne das Ende des Internet bedeuten, wie wir es kennen. Sie befürchten, dass Plattformbetreiber gezwungen werden, Inhalte automatisiert zu filtern und dabei auch legale Inhalte blockiert würden.

Bessere Verhandlungsposition für Verleger und Künstler

Verleger, Autoren und Musiker bekämen eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Plattformen und Suchmaschinen, um für ihre Werke besser entlohnt zu werden, betonte Ansip. "Es geht um faire Bezahlung." Qualitätsmedien würden damit gestärkt. Die Neuregelung werde zwar nicht alle Probleme herkömmlicher Verleger lösen. "Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Insgesamt sei das Urheberrecht nun fit für das Internet-Zeitalter. "Die Verhandlungen waren schwierig, aber was am Ende zählt ist, dass wir ein faires und ausgewogenes Ergebnis haben, das für ein digitales Europa passt", meinte Ansip.

YouTube & Co. müssen Urheberrechtsverletzungen verhindern

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich am Mittwoch auf die Reform geeinigt. Demnach müssen Suchmaschinen wie Google für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten etwa auf den Google-News-Seiten künftig Geld an die Verlage zahlen.

Zudem müssen Plattformen wie YouTube alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Geschützte Werke müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürften nicht hochgeladen werden.

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