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Neuer RIM-Chef : "Bochum ist wichtig"

2011 war kein Glanzjahr für Blackberry. Der neue Chef aus Deutschland ist sicher: Blackberry 10 und die asiatischen Märkte machen den Karren wieder flott.

23.01.2012, 10:43 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der aus Deutschland stammende neue Chef des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) bekennt sich zum Standort Bochum. "In Bochum steht eines unserer Entwicklungszentren. Das ist ein wichtiger Standort für uns", sagte Thorsten Heins am späten Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Der frühere Siemens-Manager hatte nur wenige Stunden zuvor das Ruder bei dem kanadischen Unternehmen ergriffen.

Stark in Europa - schwach in den Staaten

RIM hatte das Entwicklungszentrum 2008 in der Ruhrgebietsstadt eröffnet. Der Blackberry-Hersteller hatte damals zahlreiche Nokia-Ingenieure übernommen, nachdem der finnische Handykonzern sein Werk unter öffentlichem Protest nach Rumänien verlagert hatte.

Nach früheren Angaben arbeiten in Bochum rund 300 Leute für RIM. Sie haben etwa das neue Blackberry Bold 9790 entwickelt, das zusätzlich zu der typischen Tastatur einen Touchscreen besitzt.

"Blackberry ist stark in Europa", sagte Heins. "In Großbritannien sind wir beispielsweise die Nummer eins unter den Smartphones." Der Smartphone-Wegbereiter steht jedoch seit dem Vormarsch von Apples iPhone und der Android-Telefone unter enormem Druck.

Vor allem im wichtigen US-Markt ist der Marktanteil geschrumpft. "Wir müssen unser Marketing verbessern", räumte Heins ein. "Wir müssen mehr auf die Kunden zugehen."

Hoffnung ruht auf Blackberry 10

Ein tagelanger Ausfall der Blackberry-Internetdienste hatte im Oktober viele Nutzer verärgert, die vor allem nicht auf ihre E-Mails zugreifen konnten. Zudem bemängeln Kritiker, dass das Betriebssystem der Blackberrys nicht mehr auf der Höhe der Zeit sei.

"In diesem Jahr bringen wir unser erstes Gerät mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 heraus", sagte Heins. "Das ist ein großer Schritt."

"Es ist ein wachsender Markt", betonte Heins. Er sieht vor allem die Entwicklung in den aufstrebenden asiatischen Ländern positiv, wo sich viele Menschen erstmals ein Smartphone leisten können. "Hier gewinnen wir Marktanteile. In manchen Ländern sind wir Marktführer."

Heins war nach einer Karriere in der Siemens-Kommunikationssparte 2007 zu RIM gewechselt, dessen Sitz im kanadischen Waterloo in der Provinz Ontario liegt. Zuletzt leitete der 54-Jährige zusammen mit einem Kollegen das Tagesgeschäft des Blackberry-Herstellers.

Er habe nie Probleme gehabt, als Deutscher akzeptiert zu werden, sagte Heins, der verheiratet ist und zwei Kinder hat. "Kanada ist ein sehr offenes Land. Ich liebe es, hier zu leben."

(Dorothee Monreal)

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