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Neue Yahoo-Chefin kehrt mit hartem Besen

Regional wird es nur noch zwei Einheiten für Nordamerika und International geben. Microsoft bekräftigte sein Interesse an der Yahoo!-Suche.

27.02.2009, 10:04 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die neue Yahoo!-Chefin Carol Bartz hat die Führung des kriselnden Internet-Konzerns massiv umgekrempelt. Neuer starker Mann ist wie erwartet der bisherige Technologie-Chef Ari Balogh, der zusätzlich für die Produkt-Entwicklung zuständig sein wird. Finanzchef Blake Jorgensen geht. Neu geschaffen wurde ein Vorstandsposten für Marketing. Die internationale Struktur wurde radikal vereinfacht.
Yahoo! soll effizienter werden
Ziel der Veränderungen sei, Yahoo! effizienter zu machen und die Strukturen zu vereinfachen, schrieb Bartz am Donnerstag in einer internen Nachricht an die Mitarbeiter. "Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie kompliziert mache Dinge hier sind", kritisierte sie. Außerdem solle verstärkt die Meinung der Kunden gehört werden. Regional soll es nur noch zwei Einheiten geben: Nordamerika und International. Bisher gab es einzelne Führungsstrukturen für Europa, die Asien-Pazifik-Region und Wachstumsmärkte.
Der Bereich Connected Life, der unterschiedliche Yahoo!-Dienste unter anderem für die mobile Nutzung zusammenbringen sollte, wird zwischen verschiedenen Einheiten aufgesplittert. Bereits am Vortag war bekanntgeworden, dass der Deutsche Marco Börries, der Connected Life vier Jahre führte, den Konzern verlässt. Das mobile Internet gilt als ein Schlüssel-Markt der Zukunft.
Neue Strukturen sollen zwei bis vier Jahre Bestand haben
Sie wisse, dass die Yahoo!-Mitarbeiter genug von Umstrukturierungen hätten, räumte Bartz ein. Die neue Struktur solle für zwei bis vier Jahre gelten, versicherte sie. Yahoo! leidet unter schwachen Nutzerzahlen bei seiner Internet-Suche und sinkenden Werbeumsätzen. Bartz ist erst seit rund sechs Wochen Konzernchefin, nachdem Konzern-Mitbegründer Jerry Yang das Handtuch warf. Umbau-Maßnahmen der vergangenen Jahre hatten bei Yahoo! kaum Wirkung gezeigt.
Das Unternehmen überlegt immer noch, ob es sein Geschäft mit der Internet-Suche verkaufen oder in eine Partnerschaft einbringen soll. Bartz hatte sich bisher zum Schicksal des Suchanzeigen-Geschäfts bedeckt gehalten und betont, es müsse geprüft werden, ob eine Trennung davon den Internet-Konzern nicht zu sehr schwächen würde. Konkurrent Microsoft hatte diese Woche das Interesse an dem Bereich bekräftigt. Jorgensen soll sich am Dienstag bei einer Technologie-Konferenz grundsätzlich offen für eine Partnerschaft oder einen Verkauf des Suchmaschinen-Geschäfts gezeigt haben. Microsoft wollte vor einem Jahr Yahoo! kaufen, der Internet-Konzern lehnte jedoch ab weil der angebotene Preis zu niedrig gewesen sei. Inzwischen liegt die Yahoo!-Aktie weit unter Microsofts Angebot.

(Jörg Schamberg)

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